San Angelus – Soon We’ll All Be Ghosts (2013/2014, Amber & Wool Music/Arctic Rodeo Recordings)

san-angelus-soon-well-all-be-ghostsEile kann man SAN ANGELUS hinsichtlich der Produktionsphase ihres Debütalbums „Soon We’ll All Be Ghosts“ wahrlich nicht unterstellen. Satte zwei Jahre arbeitete die aus Mitgliedern u.a. von PELICAN, SPARKMAKER und UNDERTOW bestehende Band an der Platte, die vor dem physischen Erscheinen zunächst digital als Download zugänglich gemacht wurde. Dass der geneigte Musikfreund selbst entscheiden konnte, wie viel er für die Scheibe bezahlt, spricht für das Verständnis ihrer Urheber, möglichst viele Menschen erreichen zu wollen.

Der DIY-Veröffentlichung über das eigene Label Amber & Wool folgt über Arctic Rodeo nun auch das Release in hiesigen Breiten. Die Entdeckung lohnt, denn SAN ANGELUS spielen unaufgeregten Rock zwischen klassischem 90’s-Alternative und moderner Post-Prägung. Die Riffs haben Wucht und wiegen schwer, werden aber weder zwingend mit Tempo nach vorn gepeitscht, noch in grundlegende Härte übersetzt. Dafür spricht allein der Gesang, der zwar kraftvoll daherkommt, jedoch nie die Erhebung der Stimme braucht, um eine nachhaltige Wirkung zu entfalten.

Das verhältnismäßig flotte „All Bets On the Slow Kid“, das flirrende „Without You (I Am Everything You Said I Would Never Be)“ oder „Waiting for Accidents to Happen“ stehen exemplarisch für ein Album, das im besten Sinne zurückschweift und bewährte Rock-Strukturen melodisch vielseitig und überdies angenehm trotzig auflädt. „Soon We’ll All Be Ghosts“ ist kein Zeugnis großer Gesten oder dem unbedingten Streben nach flächendeckender Anerkennung, sondern ein Werk, das den Moment auskostet und den Hörer beständig mitnimmt, ohne je verkopft oder sperrig zu wirken.

Wertung: (7 / 10)

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