Safe House (USA/RSA 2012)

safehousewashingtonObwohl Denzel Washington in den letzten Jahren überwiegend in konventionellen Thrillern mitwirkte, ist der Ruf des zweifachen Oscar-Preisträgers („Training Day“) in Hollywood ungebrochen exzellent. Mit seinem nuancierten Spiel veredelt er auch „Safe House“, einen weiteren standardisierten Reißer, der Logik und Cleverness zugunsten rasanter Actioneinlagen und eines oberflächlichen Darstellerduells in den Hintergrund rückt. Als Washingtons unfreiwilliger Für- und Widerpart konnte Ryan Reynolds („Green Lantern“) gewonnen werden, der als junger CIA-Agent Matt Weston in Kapstadt eine Geheimunterkunft der US-Regierung bewacht.

Der gelangweilte Nachwuchs-Agent würde seine Sporen lieber im Feldeinsatz verdienen. Sein Vorgesetzter Barlow (Brendan Gleeson, „The Guard“) steht dem Versetzungsgesuch jedoch skeptisch gegenüber. Matt fehle eben die Erfahrung. Ein Teufelskreis. Doch dann stellt sich der berüchtigte Ex-Agent Tobin Frost (Washington), der seit Jahren Geheimdienstinformationen verkauft, in der US-Botschaft in Kapstadt. Dort nahm der abgebrühte Veteran zuvor belastendes Datenmaterial an sich und wurde prompt von einem Killerkommando (an deren Spitze: „Kops“-Komödiant Fares Fares) überrascht. Als letzter Ausweg blieb nur die Flucht in die Botschaft.

Natürlich wird Frost von einem Eliteteam (u.a. „Terminator 2“-Bösewicht Robert Patrick) zur Vernehmung (und Folter) in jenes von Matt behütete Geheimversteck gebracht. Dort tauchen aber rasch auch die Frost nachstellenden Killer auf, töten die Bewacher und zwingen den Rookie samt Gefangenem zu einer waghalsigen Flucht. Während CIA-Chef Whitford (Sam Shepard, „Don’t Come Knocking“) mit Barlow und Kollegin Linklater (Vera Farmiga, „Source Code“) das weitere Vorgehen abwägt, versucht Matt auf sich allein gestellt Frost in Sicherheit zu bringen und dessen Manipulations- sowie Fluchtversuche zu unterbinden. Allerdings hat der längst den Verdacht gestreut, der Feind lauere in den eigenen Reihen.

Nach stimmigem Auftakt verflacht das in grobkörnige Handkamerabilder getauchte US-Debüt des Schweden Daniel Espinosa („Easy Money“) in einer vorhersehbaren Ansammlung spannungsorientierter Verfolgungsszenarien. Drahtzieher und Mittelsmänner sind im Zirkel der unterbeschäftigten Nebendarsteller (darunter auch Espinosas „Easy Money“-Star Joel Kinnaman) schnell ausgemacht, so dass der größte Reiz von den psychologisch geprägten Konfrontationen der Schicksalsgemeinschaft Matt und Frost ausgeht. Die Action ist souverän umgesetzt, bleibt wie die konstruierten Wendungen aber oft zu wenig erdverbunden, als dass „Safe House“ aus dem Mittelmaß typischer Hollywood-Genrekost ausbrechen könnte. Die Leistung des gewohnt starken Washington ist da nur bedingt ein Trost.

Wertung: (5 / 10)

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