Sabata kehrt zurück (I/D/F 1971)

returnsabata„Von mir aus leb´ weiter du Ratte.“ – Sabata

Nachdem er im zweiten Aufguss verhindert war, schlüpfte Lee Van Cleef („Für ein paar Dollar mehr“) kurz nach „Adios Sabata“ selbst noch einmal in die Paraderolle des trickreichen Revolvermannes. Für die Regie zeichnete sich selbstredend wieder Gianfranco Parolini („Der Colt Gottes“) unter dem angestammten Pseudonym Frank Kramer verantwortlich. Geändert hat sich gegenüber den Vorgängern nichts. Noch immer geht es um einen möglichst realitätsfremden Gegenentwurf zur zynischen Ernsthaftigkeit des Spaghetti-Westerns. Was aber im Original hervorragend funktionierte, hat nicht allein wegen des launigen Quasi-Sequels nachhaltig an Witz verloren.

Stilistisch gibt sich Parolini noch greller, was gerade die überdeutliche Anspielung auf Ästhetik und Flair der James Bond-Filme unterstreicht, die der Filmemacher gleich zu Beginn auf den Zuschauer hernieder prasseln lässt. Mit überzogener Optik, surrealem Ambiente und Ketchupblut wird Sabata eingeführt. Zwar erweist sich der Auftakt als Zirkusnummer, die Ausrichtung der Tonalität aber bleibt auch in der Folge auf das Mittel der Übertreibung fixiert. Unter das fahrende Volk gemischt, begeht der Titelheld eine Mission, die ihn gegen Stadtpatron McIntock (Giampiero Albertini, „Mehr tot als lebendig“) und seine durchtriebene Glaubensgemeinschaft zu Felde ziehen lässt.

Das bekannte Personal ist dem Stoff zu großen Teilen auch im dritten Anlauf treu geblieben. Auf Sabatas Seite kämpfen Ignazio Spalla („Die Satansbrut des Colonel Blake“) als redseliges Dickerchen und Aldo Canti („Die siegreichen Zehn“) – diesmal im Duett mit Vassili Karis („Er säte den Tod“) – als wendiger Akrobat, während die Reihen der Gegner von Hintermann Gianni Rizzo („Lauf um dein Leben“) verstärkt werden. Dazu gesellt sich Reiner Schöne („Im Auftrag des Drachen“), der als linkischer Partner Sabatas mal mit ihm, in der Hauptsache aber nur für sich selbst kämpft. Dabei unterhält der von ihm verkörperte Spielbankeigner Clyde nicht nur ein Verhältnis zu McIntocks Frau (Jacqueline Alexandre, „Der Heiligenschein“), er hat es auch auf dessen Vermögen abgesehen.

Die Verstrickungen der Protagonisten sind weitreichend, insgesamt aber zu umständlich in der Erzählung verknüpft. „Sabata kehrt zurück“ fehlt die Leichtigkeit des Originals. Die Komik wirkt oft zu gewollt, der Plot nicht auf einfachstem Wege ans Ziel geführt. Dafür entschädigen muntere Darsteller, bewährte Trampolinakrobatik und explosive Action für früh erkennbare Mängel. Der sich zusehends am Hippie-Rock der Siebziger orientierende Soundtrack vermittelt den Geist des Films. Es geht um die unbekümmerte Loslösung von den Konventionen des eigenen Ursprungs. Das gelingt Parolini augenscheinlich. Ein durchweg amüsanter, wenn auch nicht wirklich überzeugender Spaß-Western.

Wertung: (6 / 10)

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