S.W.A.T. – Fire Fight (USA 2011)

swatfirefightUnd wieder muss ein Kinohit als titulierendes Sprungbrett für einen öden Straight-to-DVD-Reißer herhalten. Mit „S.W.A.T.“, jenem aufwändig produzierten No Brainer über eine Spezialeinheit der Polizei, teilt die mit dem Zusatz „Fire Fight“ versehene Nachreichung aber selbstredend bloß den Namen. Der Rest ist solide inszenierte Klischeesoße in zeitgemäßer Aufmachung (inklusive rastlos abrupter „The Shield“-Zooms). Nur dürfte die höchstens noch schmerzfreie Allesseher vor Begeisterung an die Couch ketten.

Denn der von Benny Boom („Lieferung mit Hindernissen“) gedrehte Action-Thriller macht den Namen des Regisseurs nur bedingt zum Programm. Stattdessen verstrickt er sich in eine stupide Plotte zwischen Ausbilderfilm und Psychopathenhatz. Wie dürftig es um die grundlegende Qualität des Streifens bestellt ist, verdeutlich bereits der Auftakt, bei dem eine hip fotografierte Party in reichem Hause von bewaffneten Geldeintreibern gestürmt wird. Bis zur Beendigung der daraus folgenden Geiselnahme durch Paul Cutler (Gabriel Macht, „The Spirit“) und sein Team wechseln sich munter unterirdisches Schauspiel und grenzdebile Dialoge ab.

Danach kann es eigentlich nur besser werden. Wird es auch, zumindest zwangsläufig, schließlich wird die Erwartungshaltung nach einer solch behämmerten Einleitung gleich in den Kohlenkeller verbannt. Verhandlungsexperte Paul wird vom schillernden L.A. ins heruntergekommene Detroit abkommandiert, wo er dem örtlichen S.W.A.T.-Team eine Lektion in Taktik und Effektivität erteilen soll. Dem Dienstleiter ist er natürlich ein Dorn im Auge, die ihm widerwillig Untergebenen wollen auch erst mal gebändigt werden und Regierungskiller Hatch (routiniert: der ewige „Terminator 2“-Schurke Robert Patrick) verstrickt ihn eine tödliche Privatfehde.

Für den Selbstmord der Geliebten (wie passend: „Terminator 3“-Widerpart Kristanna Loken) gibt er Paul die Schuld und schaltet fortan mit hochtechnisierter Unterstützung auf Psycho-Terror und Gewalt um. Dazwischen wird eifrig trainiert, eine Romanze wird dem Einsatzleiter auch noch zugestanden und die Fans von Frauen mit dicken Knarren kommen dank Shannon Kane („Blood and Bone“) auch auf ihre Kosten. Weh tut „Fire Fight“ sicher niemandem, aber die Selbstverständlichkeit, mit der hier jedes noch so ausgelatschte Klischee mitgenommen wird, zerrt den unspektakulären, immerhin aber ansehnlich besetzten Actioner doch deutlich unter Mittelmaß.

Wertung: 3.5 out of 10 stars (3,5 / 10)

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