S. Darko (USA 2009)

sdarko„Four days, 17 hours, 26 minutes, 31 seconds. That is when the world will end.“ – Samantha

Die Fortsetzungen mancher Filme sind ein Sakrileg. Dabei ist es nicht nur ihre bloße Überflüssigkeit, es ist das zwangsläufige Scheitern im Schatten eines übergroßen Originals. Vor allem die sogenannten Kultfilme bedürfen keiner Ergänzung, keiner weiterführenden Auskleidung. Niemand käme auf die Idee, ein Sequel zu „Blade Runner“ zu produzieren. Niemand würde ernsthaft die Erweiterung von „The Big Lebowski“ in Betracht ziehen. Einen solchen Status hätten viele wohl auch „Donnie Darko“ zugesprochen. Von einer Fortführung verschont blieb er trotzdem nicht.

Der von „Dirty“-Regisseur Chris Fisher gedrehte „S. Darko“ ist für sich genommen kein schlechter Film. Nur gelingt es ihm einfach nicht einen eigentümlichen Reiz zu entwickeln. Richard Kellys „Donnie Darko“ war im Independent eine Offenbarung, eine zwischen Fantasy und Melodram angesiedelte Coming of Age-Geschichte, deren unergründliche Verschachtelung an die Werke David Lynchs erinnerte. Fast sklavisch folgt der Straight to DVD-Aufguss diesem Schema, arbeitet sich gar an den relevantesten Aspekten und Ideen ab. Fast schon eine Neuverfilmung, hat nach diesem Aufguss wahrlich niemand verlangt.

Sieben Jahre, nachdem ihr Bruder Donnie von einer Flugzeugturbine erschlagen wurde, strandet die jüngste Darko-Tochter Samantha (Daveigh Chase, „The Ring“) im verschlafenen Wüstenkaff Conejo Springs. Von zu Hause ausgerissen, sucht sie mit Freundin Corey (Briana Evigan, „Step Up 2: The Streets“) den Neuanfang. Im Nirgendwo des mittleren Westens findet sie stattdessen einen Mikrokosmos verschrobener Typen. Wie den in der Gemeinde verschiedener Kindesentführungen verdächtigten Kriegsveteran Iraq Jack (James Lafferty, „One Tree Hill“), dem eine tote Samantha in Visionen den Weltuntergang verheißt.

Der Einschlag eines Meteoriten gibt Rätsel auf. Vor allem den Figuren. Trotz der anhaltenden Undurchdringlichkeit des Zeitreiseaspektes bleibt der Plot vorhersehbar. Fisher ringt dem Stoff keine neuen Wesenszüge ab, begnügt sich vielmehr mit einer Nacherzählung aus veränderter Perspektive. Selbst das Bild des schwarzen übergroßen Hasen, der Donnie einst als Prophet diente, wird dankbar aufgegriffen. Wenn auch aus Metall nachempfunden. Die Bilder sprechen an, die Tricks ebenso. Nur bleibt „S. Darko“ in seiner bemüht wortreichen Schwere eine Kopie ohne Belang.

Wertung: (4 / 10)

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