Ryker’s – Hard to the Core (2014, Beatdown Hardwear)

rykers-hard-to-the-coreEs gibt nicht viele deutsche Hardcore-Bands, die auch international über eine solche Reputation verfügen wie RYKER’S. Seinen Anteil hat daran wohl auch, dass sich die Kasseler Musik-Metzger 2000 auflösten und eine Lücke hinterließen, die zumindest hierzulande unausgefüllt blieb. Vereinzelten Live-Auftritten und einer Reunion-Bekundung acht Jahre später folgte 2013 die endgültige Wiedervereinigung. Klar, dass die Ankündigung einer neuen Platte nicht lange auf sich warten ließ.

Die trägt den (dezent) abgeschmackten Titel „Hard to the Core“ und knüpft (nahezu) nahtlos an die vorangegangenen Werke der Band an. Fans von Hardcore mit ganz dicker Buxe wird es freuen. Denn prompt geliefert wird gleich mit dem Opener „The World As I See It Today“ und insbesondere dem folgenden Titeltrack, der das eigene Selbstverständnis mit Wucht und Gröl-Chören in die Welt hämmert. Der Old School-Express präsentiert das bewährt barsche Gemisch aus Hardcore und Metal ohne jeden Schnörkel. Hier und da erfährt der Metal-Anteil (etwa bei „Can’t Kill a Dream“) Bevorzugung, werden gesprochene Textpassagen eingestreut oder durch die dosierten Gangshouts zum munteren Fäusterecken animiert. Als Maß der Abwechslung muss das auch 2014 reichen.

Mit ihrem sechsten Album bohrt der verdiente Klassiker naturgemäß nicht die dicksten Bretter, gibt sich aber gewohnt unangepasst und insbesondere hinsichtlich des melodiefreien Schreigesangs konsequent kompromisslos. Zwar wird der Bogen mit dem bemüht rockigen wie schlunzig herausgeplärrten „Divided By Colours“ überspannt, insgesamt aber bleiben RYKER’S sich und der Erwartung ihrer Anhängerschaft treu. Die wird den auf Tonträger gepressten Unterstrich der Rückkehr auf die Bildfläche des Hardcore auch ohne gesteigertes Begeisterungspotenzial zu schätzen wissen. Denn an Leidenschaft mangelt es der Band auch mehr als zwei Dekaden nach ihrer Gründung nicht.

Wertung: (6,5 / 10)

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