Ruiner – Hell is Empty (2009, Bridge Nine Records)

ruiner-hell-is-emptyMuss Baltimore trostlos sein. Dabei gibt es für RUINER streng genommen keinen Grund zur Klage. Seit der Kooperation mit Bridge 9 und dem 2007 mit weltweitem Wohlwollen überschütteten Albumerstling „Prepare to Be Let Down“ läuft es fabelhaft für die Band mit der sympathisch schnoddrigen DIY-Attitüde. Die wird, damit eine wesentliche Frage gleich beantwortet ist, auch durch den lang erwarteten Nachfolger nicht gemindert. Verändert hat sich dennoch einiges, allen voran der grundlegende Tenor. Unter die Wut des Vorgängers mischt sich Resignation, ein Hauch der Hoffnungslosigkeit. Das Tempo wurde merklich reduziert, explosive Knüppelparts mit Bedacht eingesetzt. An Kraft verliert die Platte, wiederum herrlich ungewaschen produziert von J. Robbins (u.a. AGAINST ME!), darüber jedoch nicht.

Die Wucht entfaltet sich unterschwelliger. Der moderne, melodische und diesmal vermehrt rockige Hardcore offenbart seinen Reifeprozess exemplarisch über Sänger Rob Sullivan. Der gibt sich verständlicher, rauer, mit einem beständigen Unterton der Verzweiflung. Wer könnte es ihm verdenken? Der Titel „Hell is Empty“ deutet die (persönlich gehaltene) textliche Abrechnung mit den großen, nein, eher den kleinen Missständen einer entrückten Gesellschaft an („I learned the value in wanting nothing because then no one can take anything from you..“ – `Dead Weight`). RUINER machen damit alles richtig. Sie wollen keine Spaßkapelle sein, sondern ihrer Enttäuschung über die Musik Ausdruck verleihen. Das mag sie unbequemer erscheinen lassen. Große Klasse ist ihr zweites Werk trotzdem. Und das ohne wenn und aber.

Wertung: (8 / 10)

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