Royce (USA 1994)

royceSein Name ist Royce, Shane Royce und er ist – was auch sonst? – Geheimagent. Als haltlos übertrieben figurierter Draufgänger und Weiberheld geriert er sich wie eine Parodie des großen James Bond. Nur nimmt der billige, ohne großes Budget im Osten Europas heruntergekurbelte TV-Abklatsch seinen Helden trotz sympathisch spinnerter Note deutlich zu ernst. Und außerdem will man dem am laufenden Band unpassend lässige Oneliner absondernden James Belushi („Filofax“) den unerschrockenen Spion einfach nicht abnehmen.

Wie also soll ein Film wie „Royce“ aufgenommen werden? Am besten im Sinne des Trash, als ´Over the Top´-Sparflammenspektakel mit ambitioniertem Actionanteil und hanebüchenem erzählerischen Unterbau. Als nämlich der ideologische sowjetische Erzfeind im Zuge von Glasnost und Perestroika zerfällt, wirkt plötzlich auch die Royce beschäftigende Spionageeinheit Black Hole obsolet und wird auf Drängen von Senator Scanlon (Michael Shannon, „Vaterland“) aufgelöst. Dem vergrämten Agentenkollegen Gribbon (Miguel Ferrer, „The Stand“) schmeckt das gar nicht.

Also fasst er mit einigen ehemaligen Weggefährten den verwegenen Plan, den Sohn des Senators zu entführen und den Amtsmann zu erpressen. Nicht weniger als sowjetische Atomraketen soll der den Schurken zugänglich machen, was CIA-Agent Huggins (Peter Boyle, „Taxi Driver“) dazu veranlasst, den nur knapp einem Mordanschlag entkommenen (und auf irrsinnigem Wege aus der Untersuchungshaft geflohenen) Royce auf Gribbons Fährte zu schicken. Was folgt ist durchaus unterhaltsames aber akut belangloses Säbelrasseln vor preiswerter Kulisse, bei dem Klischees so willkommen sind wie realitätsfremde Cliffhanger.

Rod Holcombs („Gewalt der Straße“) Regie geht in Ordnung und zumindest die explosive Action sorgt für vereinzelte Hingucker. Belushi aber macht als vorlaute Ein-Mann-Armee mit der Lizenz zum Kalauern eine eher durchwachsene Figur und steuert zur unfreiwillig komischen Grundierung des Streifens ein entscheidendes Scherflein bei. Auch die Plotte ist arg simpel gestrickt und hält mit George Clooneys Vetter Miguel Ferrer einen durch und durch blassen Schurken bereit. Was bleibt ist eine Parodie, die keine sein möchte. Dass Shane Royce nicht für eine Fortsetzung zurückkehrte, war eine vernünftige Entscheidung.

Wertung: (4 / 10)

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