Romeo is Bleeding (GB/USA 1993)

romeoisbleedingEin Mann zwischen drei Frauen. Das kann ja nicht gut gehen. Vor allem dann nicht, wenn eine von ihnen eine gefürchtete Killerin ist. Für den Polizisten Jack Grimaldi (Gary Oldman, „True Romance“) und ferner auch seine Gattin (Annabella Sciorra, „Internal Affairs“) wird sie zur Plage, für die Geliebte (Juliette Lewis, „Kalifornia“) zur Epitaph. Ihr Name ist Mona Demarkov (Lena Olin, „Nacht über Manhattan“) und als sie den Bullen in die Hände fällt, will der Mob sie um jeden Preis tot sehen. So leicht aber lässt sich die unberechenbare Psychopathin nicht aufs Kreuz legen.

Als Erzähler in „Romeo is Bleeding“ fungiert ebenfalls Oldman, der als Eigner eines einsamen Highway-Diners vom Scheitern Grimaldis berichtet. Der andere Name täuscht nicht darüber hinweg, dass es sein eigenes ist. Aus dem Off stellt er sich selbst vor, als aufrechten Mann, als liebenden Gemahl, als Träumer. Beruflich kommt er nicht wirklich vorwärts, also lässt er sich für Informationen von der Mafia bezahlen. Beispielsweise über den Verbleib eines Kronzeugen. Dieser Mini-Part wird von Dennis Farina („Schnappt Shorty“) gefüllt, was die Ambition von Regisseur Peter Medak („Die Krays“) unterstreicht, seinen dreckigen Thriller so sehenswert wie möglich zu staffieren.

In die gleiche Richtung weisen auch die teils verschwindend kurzen Gastspiele von Will Patton („Copykill“), Michael Wincott („Strange Days“), James Cromwell („L.A. Confidential“), Ron Perlman („Cronos“) und Roy Scheider („French Connection“). Letztgenannter spielt den Mafiapaten Falcone, der Jack zu sich zitiert, als sich sein Tipp über den Verbleib Demarkovs als falsch entpuppt. Die jedoch hat sich während der Verlegung eine Polizeipistole angeeignet und ist flüchtig. Genugtuung fordert der Mob ausgerechnet von Jack und mit ihr den Kopf der untergetauchten Mörderin. Die aber hat mit ihrem Häscher ganz eigene Pläne.

Medak lässt sich Zeit die Geschichte in Gang zu bringen. Der dezent skurrile Anstrich der obsessiven, mit lebhaftem Einsatz verkörperten Talfahrt trägt einer Prä-tarantinoesken Unbekümmertheit zu und unterfüttert die relative Leichtigkeit der Inszenierung mit zusehends blutiger Grimmigkeit. Je tiefer Jack in der eigens angehäuften Scheiße versinkt, desto verzweifelter werden seine Versuche, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu winden. Wahnsinnig originell oder aufregend ist der Film nicht. In Regie und Schauspiel überzeugt er dafür durchweg. Ergo ein sehenswerter kleiner Schweine-Krimi

Wertung: (7 / 10)

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