Role Models – Vorbilder?! (USA 2008)

vorbilder-role-modelsDer Jugend ein Vorbild sein, das gilt vor allem für Personen des öffentlichen Lebens. Solche wie Sportler, Politiker oder auch Schauspieler. Dabei sind es gerade die Letztgenannten, die durch Alkohol-, Drogen- oder Aggressions-Eskapaden gern mal aus dem Format des gesellschaftspolitisch korrekten Idols ausbrechen. Im Film hingegen präsentiert sich die Sachlage gern völlig anders. Unter (sanfter) Vermittlung gängiger moralischer Vorstellungen können selbst die Außenseiter, die notorischen Unruhestifter und Zyniker zu Rollenmodellen avancieren.

Derlei Dienst an der Gesellschaft bedarf nicht einmal eines Saubermann-Images. Das beweist „American Pie“-Rüpel Seann William Scott, der in „Role Models – Vorbilder?!“ zur individuellen Jugendbetreuung verdonnert wird. Als Frauenheld Wheeler bewirbt er mit Kumpel Danny (Paul Rudd, „Beim ersten Mal“) Energy-Drinks an öffentlichen Schulen. Bis die Sinnkrise des Kollegen erst die Lebensgefährtin (Elizabeth Banks, „Zack and Miri Make a Porno“) verprellt und sie beide dann auch noch mit dem Gesetz in Konflikt bringt. Und so werden sie vor die Wahl gestellt: 30 Tage Knast oder 150 Sozialstunden.

In David Wains („The Ten“) konventioneller Komödie treffen die wenig soliden Erwachsenen auf jugendliche Pendants, unter denen sie Leben und Verantwortung wieder zu schätzen lernen. Als Ersatz-Freunde werden sie zwei von Elternseite als problematisch eingestuften Teenagern zugewiesen. Wheeler muss sich mit dem aufsässigen schwarzen Knirps Ronnie (Bobb’e J. Thompson, „Idlewild“) herumschlagen, Danny dem schüchternen Rollenspiel-Fan Augie (Christopher Mintz-Plasse, „Superbad“) Beistand leisten. Da trifft ruppige Frühreife auf akute Sorglosigkeit und zügellose Fantasterei auf soziale Verbitterung.

Aus der Gegensätzlichkeit, bzw. den sich langsam abzeichnenden Gemeinsamkeiten der Figurenpaarungen schöpft sich ausreichend Witz, um bei der zwangsläufigen Läuterung nicht ins Kitschige zu driften. Der Humor hält sich angenehm zurück und findet über punktierte Derbheit und reflexive Typenkomik ein familientaugliches Maß. Die Darsteller agieren sympathisch, die angestaubte Mittelpracht des Standard-Plots wird durch ein turbulentes Finale, bei dem die vier Hauptprotagonisten in KISS-Outfits beim Fantasy-Schlachtengetümmel im Stadtpark mitmischen, dankbar überbrückt. Ein nicht eben zwingend origineller und doch angenehm kurzweiliger Spaß.

Wertung: (6 / 10)

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