Roger Corman´s Frankenstein Unbound (USA 1990)

cormansfrankenstein„You think that you have killed me. But I will be with you forever. I am unbound.“ – Hartnäckig: Die Kreatur

Eine Reise durch Zeit und Raum, mit Wunderwaffe, sprechendem Auto und dem Baron von Frankenstein. Mit der Verfilmung von Brian Aldiss´ Roman „Frankenstein Unbound“ soll sich B-Koryphäe Roger Corman („The Wild Angels“) einen Traum verwirklicht haben. Den will ihm auch keiner madig machen, filmisch gesehen ist sein Wunschprojekt (es blieb bis heute seine letzte Regiearbeit) aber als weitgehend gescheitert zu erachten. Denn wo Kostüme und Ausstattung einem hohen Aufwand entsprechen, weiß die Geschichte nur mäßig zu überzeugen.

Im Jahr 2031 hat Wissenschaftler Buchanan (John Hurt, „Alien“) eine Laserwaffe kreiert, die lebende Organismen vaporisieren kann. Ein Nebeneffekt ist die Verschiebung des Raum/Zeit-Gefüges, das sich im unvermittelten Erscheinen einer gigantischen Wolke abzeichnet, die Buchanan samt futuristischem Gefährt ins 19. Jahrhundert schleudert. Dort macht er die Bekanntschaft des Barons von Frankenstein (Raul Julia, „Der Kuss der Spinnenfrau“), dessen Kreatur (Nick Brimble, „Robin Hood – König der Diebe“) durch die nahen Wälder streift und Schrecken verbreitet. Für die jedoch soll ein unschuldiges, als Hexe verdammtes Mädchen gehängt werden.

Obwohl Corman die komplex anmutende Geschichte in rund 82 Minuten abhandelt, schleichen sich immer wieder Längen ein. In der jungen Mary Wollstonecraft Godwin (Bridget Fonda, „Codename: Nina“) hofft der Mann aus der Zukunft eine Fürsprecherin zu finden, um das Leben der Todgeweihten zu retten. Immerhin ist Mary jene Autorin, die nach ihrer Vermählung unter dem Namen Shelley mit dem Roman über Frankenstein und seine Kreatur unsterblich werden wird. Unterdessen verlangt das Monster nach einer Braut und rupft dem ihm nachstellenden Pöbel auch mal blutig die Glieder aus. Nur das Verhältnis zu seinem Schöpfer bleibt seltsam fahrlässig umschrieben.

Der prominenten Besetzung, zu der auch Jason Patric („Sleepers“) als Lord Byron stößt, gelingt es leider nicht die im Skript verwurzelten charakterlichen Defizite auszugleichen. Vor allem die Motive Buchanans, der willkürlich in den Lauf der Geschichte eingreift und zwischen der Neugier des Zeitreisenden und wissenschaftlichem Wahnsinn taumelt, bleiben nur vage ausformuliert. Cormans Nivellierung des Mythos ist zwar gut gemeint, bleibt in seiner Banalität aber kaum mehr als eine kuriose Randnotiz der weit populäreren (und überzeugenderen) Adaptionen des Stoffes.

Wertung: (4 / 10)

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