Robin Hood – Helden in Strumpfhosen (USA 1993)

robinhoodstrumpfhosen„Unlike most Robin Hoods, I can speak with an English accent!“ – Robin Hood

Vom Glanz vergangener Tage war nicht mehr viel übrig, als Mel Brooks („Frankenstein Junior“) 1993 die Robin Hood-Parodie „Helden in Strumpfhosen“ anging. Primäres Ziel der Veralberung war „König der Diebe“, Kevin Costners 1991 erfolgreich in die Kinos gebrachte Variation der Heldengeschichte. Nur brauchte die aufgrund ihres hohen selbstironischen Anteils keine Persiflage – und erst recht keine, die so schal und einfallslos daherkommt wie die von Brooks. Der hatte mit „When Things Were rotten“ bereits in den Siebzigern eine seriale Verulke des Stoffes fürs US-Fernsehen entworfen. Nur war ihm bei der neuerlichen Abwandlung schlicht die Originalität abhanden gekommen.

Mit immerhin britischem Akzent und grünen Strumpfhosen albert sich Cary Elwes („Hot Shots“) durch den Wald von Sherwood. Dem eitlen Prinzen John (Richard Lewis), nur echt mit wanderndem Muttermal, und dem (hihi) Sheriff von Nuttingham (Roger Rees, „Frida“) durchkreuzt er mit seinen Gesellen ihre Schreckensherrschaft. Zu seinem Gefolge zählt auch Maure Hatschi (Dave Chapelle, „Half Baked“), dessen Vater (Kurzauftritt für Soul-Legende Issac Hayes) Robin im Morgenland bei seiner Flucht aus dem Kerker befreite. Brooks selbst ist auch wieder vor der Kamera mit dabei und übernimmt als Bruder Tuck-Ersatz die Rolle des Rabbi Tuckman.

Abseits bekannter Versatzstücke des Robin Hood-Mythos – neben der Costner-Verfilmung wird insbesondere auf die klassische Adaption mit Errol Flynn verwiesen – werden auch andere Kinohits, beispielsweise „Kevin – Allein zu Haus“ oder „Malcolm X“, ferner Klassiker wie „Vom Winde verweht“, „Casablanca“ und „Der Pate“ angerissen. Mehr als eine gezwungen komische Selbstkopie brachte Brooks aber nicht zustande. Die wenigen gelungenen Einfälle, darunter der einleitende Mittelalter-Rap, gehen in der Masse lauer Schenkelklopfer einfach unter. Ähnlich ergeht es den Gastauftritten von Dom DeLuise („Auf dem Highway ist die Hölle los“) und „Star Trek: The Next Generation“-Kapitän Patrick Stewart als Antwort auf Sean Connerys Kurzauftritt in „König der Diebe“.

Inhaltlich arbeitet sich Brooks bei aller Situations- und Typenkomik an der Dramaturgie des Costner-Erfolges ab. Als Hexe Latrine ist auch Tracey Ullman („Bullets Over Broadway“) mit von der Partie, hat neben müden Scherzen hinsichtlich ihres Rollennamens aber wenig Brauchbares beizusteuern. Ähnlich ergeht es Amy Yasbeck (drehte mit Brooks auch „Dracula – Tot aber glücklich“) als Robins via Keuschheitsgürtel versiegelte Geliebte Lady Marian. Wer den komödiantischen Anspruch auf ein Mindestmaß reduzieren kann und sich an der aufgewärmten Albernheit zu erfreuen weiß, der wird mit dem einen oder anderen Lacher belohnt. Als stumpfer Zeitvertreib geht „Helden in Strumpfhosen“ noch durch. Zur gelungenen Parodie jedoch mangelt es schlicht an Ideen.

Wertung: (4 / 10)

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