Road Train – Fahrt in die Hölle (AUS 2010)

road-trainEs dürfte weitgehend bekannt sein, dass australische Horrorfilme fast ausschließlich im Outback spielen. „Road Train“, der für den amerikanischen Markt in „Road Kill“ umbenannt wurde, ist da keine Ausnahme. Auch um den jugendlichen Leichtsinn ist es in ´Down Under´ nicht anders bestellt als im Rest der übrigen Terrorfilmwelt. Denn auch dort tummeln sich junge, risikofreudige Menschen in den unwirtschaftlichsten Gegenden des Landes herum, um von allen möglichen tödlichen Gefahren heimgesucht werden zu können. In diesem Falle ist es aber kein Riesen-Eber, Devolutions-Virus oder Folter-Psycho mit fieser Lache, sondern ein Monster-Laster. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Geschichte ist mal wieder schnell erzählt: Vier junge Abenteurer, darunter der „Twillight“-erprobte Xavier Samuel, campen in der unendlichen Ödnis des australischen Hinterlandes. Als sie weiterziehen, werden sie von einem Road Train, einem oft mit mehreren Anhängern bestückten Truck, in einen schlimmen Unfall verwickelt. Dieser fährt, obwohl er die Twens regelrecht von der Straße gefegt hat, aber nicht weg. Ganz im Gegenteil. Einige hundert Meter weiter finden ihn die traumatisierten Jugendlichen fahrerlos vor. Als der vermeintliche Trucker auftaucht und wild um sich ballert, setzen sie den sperrigen LKW in Bewegung und düsen ab. Mit umfassenden Konsequenzen.

Der Fahrer scheint zwar ein von Neurosen geplagter Zeitgenosse zu sein, aber dass die Gefahr vom Truck selbst ausgehen muss, bezeugt schon die oft ins Blickfeld gerückte Zerberus-Figur am Kühler der Mordmaschine. Allzu lange bleibt das Geheimnis um die wahre Natur des Fahrzeugs also nicht verborgen. Ein wenig überraschend mag sie ausfallen, dämlich bleibt die Prämisse des Films trotzdem. Die Idee eines mordlüsternen motorisierten Vehikels ist wahrlich nicht neu, wie etwa das blutgierige Motorrad in „I Bought a Vampire Motorcycle“, „Blood Car“ oder natürlich „Der Teufel auf Rädern“ belegen. Fielen diese aber meist komödiantisch aus, nimmt sich „Road Train“ sehr ernst.

So lange des Pudels Kern noch nicht offenbart wird, funktioniert die Geschichte passabel. Die schier endlose Wüstenlandschaft wirkt beängstigend und wird durch bedrohliche musikalische Untermalung gekonnt akzentuiert. Bis eben der Truck sich als die motorisierte Version von Edward Cullen entpuppt. Darüber hinaus serviert das Drehbuch im Schlussdrittel einige abstruse Momente, die im Gesamtkontext absolut keinen Sinn ergeben. So gibt es keinen Hinweis darauf, wer der in die Gegend schießende Psycho-Fatzke ist und weshalb er im späteren Verlauf einen der Jugendlichen erniedrigen muss. Ähnlich Diffuses gibt es in der Zuspitzung der Ereignisse vermehrt zu bestaunen, was nicht gerade dazu beiträgt, den Streifen in guter Erinnerung zu behalten. Da hilft selbst der blutbetriebene Truck wenig.

Wertung: (3,5 / 10)

 

scroll to top