Road to Perdition (USA 2002)

road-to-perditionRegiesseur Sam Mendes und Kameramann Conrad L. Hall haben mit „American Beauty” gemeinsam schon groß bei den Oscars abgeräumt. Daher muss man sicherlich kein Prophet sein, um ihrem neuesten Streich „Road to Perdition” ähnliche Aussichten voraussagen zu können. Tom Hanks („Philadelphia”) mimt hier einmal nicht den sympathischen Saubermann, sondern den Killer und Familienvater Michael Sullivan. Der arbeitet in den frühen 30er Jahren für den Mafia-König John Rooney (Paul Newman) und stellt für diesen eine Art Ziehsohn dar. Seit seiner Kindheit wird er von Rooney durchs Leben geführt und besitzt fast einen höheren Stellenwert als dessen leiblicher Sohn Connor (Daniel Craig).

Michaels Qualitäten liegen vornehmlich in seinem Job als Auftragskiller, als Vater zweier Söhne wirkt er meist unterkühlt und desinteressiert. Die Söhne wissen nichts vom Beruf des Vaters, doch vor allem sein älterer Sohn Mike (Tyler Hoechlin) ist diesbezüglich sehr wissbegierig und versteckt sich eines Nachts im Auto, als sein Vater mitsamt Connor zu einem Auftrag fährt. Das folgende Blutbad sieht der Junge von einem Versteck aus, doch bevor er ungesehen entkommen kann, wird er von seinem Vater und Connor entdeckt. Die beiden impfen ihm ein, das gesehene für sich zu behalten, doch Connor ist die ganze Sache zu heikel und er beschließt, die Sache selbst zu erledigen. Der Mordversuch an Michael misslingt, jedoch tötet er zur gleichen Zeit seine Ehefrau (Jennifer Jason Leigh, „eXistenZ”)  und jüngeren Sohn. Fortan befindet sich Michael mit Mike auf der Flucht, getrieben vom Hass und immer mit dem Ziel, die Schuldigen zu bestrafen. Er wendet sich an seinen alten Arbeitgeber Frank Nitti (Stanley Tucci), der ihm jedoch nicht helfen kann, da er mit den Rooneys verbandelt ist. Stattdessen heuert er den Killer Harlen Maguire (Jude Law) an, der Michael töten soll.

Betrachtet man allein die Liste der Menschen, die an diesem Film mitgewirkt haben, treibt es einem die Freudentränen in die Augen. Zum einen die „American Beauty”-Macher Mendes und Hall, die auch mit diesem Film eine hervorragende Arbeit ablegen. Allein die Szene gegen Ende, in der Tom Hanks auf nächtlicher und verregneter Straße eine Handvoll Gangster niedermacht, ist mindestens die Hälfte des Eintrittsgeldes wert. Diese Sequenz hat so viel großes zu bieten, dass man einige Schwächen gern übersieht. Auch die Darstellerriege kann man eigentlich nicht besser wählen. Obwohl Tom Hanks sicherlich nicht jedermanns Geschmack in der Rolle des Auftragskillers Michael Sullivan sein wird, doch meistert er seinen ersten negativ behafteten Charakter überzeugend. Unterkühlt und fast gänzlich Gestenfrei spielt Hanks seine Rolle und beweist einfach mal wieder, warum er einer der besten Darsteller der Gegenwart ist. Zu Paul Newman („Die Farbe des Geldes”) muss man nicht mehr viel sagen, der Mann ist eine Legende und genau so verhält er sich auch im Film.

Tyler Hoechlein („Adventure Express”) kann als Hanks Sohn ebenfalls Punkte sammeln. Dort muss man aber wie bei so vielen Schauspielern seines Alters abwarten, wohin der Weg führt. Die weiteren Darsteller haben nicht so viel Spielraum, was vor allem bei Jude Law („A.I. – Künstliche Intelligenz”) bedauerlich ist, da sein Charakter des Killers Harlen Maguire ein bisschen untergeht und ein wenig mehr Präsenz verdient hätte. Doch zeigt er allein in diesen wenigen Momenten, warum er einer der Besten aus der zweiten Reihe Hollywoods ist. Inhaltlich orientiert sich Mendes schon an den großen Filmen des Genres, jedoch spielt eben auch die Entwicklung von Vater und Sohn bei ihm eine wichtige Rolle und so ist „Road to Perdition” sicherlich nicht als reiner Gangster-Film zu bezeichnen.

Die Story ist dann aber auch der einzige Schwachpunkt des Films. Auf einem Comic basierend, wirkt der Film phasenweise, vor allem zu Beginn, etwas schleppend und etwas mehr Zug hätte ihm gut getan. Auch der ein oder andere Handlungsfaden hätte ruhig etwas weiter vertieft werden können. So bleibt eigentlich unklar, warum Sullivan sich am Geld von Al Capone vergreift und auch die Intention Maguires, seinen Job letztendlich doch zu erfüllen, obwohl eigentlich alles vorbei ist, hätte näher herausgestellt werden können. Darüber hinaus ist der Film etwas vorhersehbar geraten und insgesamt nur leidlich spannend. Vor allem das Ende ist früh zu erahnen und weist keine großen Überraschungen auf. So ist „Road to Perdition” bestimmt kein Meilenstein, doch auf jeden Fall großes Kino mit hervorragenden Darstellern. Wundern würde es also nicht, wenn der ein oder andere Goldjunge bei der nächsten Oscar-Verleihung in gut sechs Monaten in Richtung Sam Mendes gehen würde.

Wertung: (8 / 10)

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