Road House 2 (USA 2006)

road-house-2„Das Endspiel um die Meisterschaft sollte man in keinem Fall der Amateurmannschaft übertragen.”

Als Patrick Swayze in den 80ern noch als Sexsymbol galt und einige seiner Filme wirklich Geld einspielten, ließ es sich der drahtige „Dirty Dancing“-Womanizer nicht nehmen, auch mal kernigere Typen zu spielen. Sein Endzeit-Ausflug „Steel Dawn“ darf getrost übergangen werden, nicht aber die Prügel-Orgie „Road House“, die 1989 nicht ganz zu unrecht für mehrere Goldenen Himbeeren nominiert war. Beinahe zwei Dekaden später gibt es einen zweiten Teil der Klopper-Mär, unmittelbar für den Videomarkt produziert.

Nate Tanner (Will Patton) ist Besitzer des „White Pelican“, einer Kneipe mitten in der Pampa von Louisiana. Terrorisiert und unterdrückt wird die Gegend von Drogenschmuggler Wild Bill (Jake Busey), der das Lokal als Umschlagplatz seiner Ware nutzt und dieses am liebsten gleich übernehmen würde. Nate jedoch ist alles andere als ein Weichei, dennoch landet er schließlich nach einer Auseinandersetzung im Krankenhaus. Kurzerhand übernimmt sein Neffe Shane (Johnathon Schaech) – ein Undercover-Agent – das Lokal und legt sich zwangsläufig mit Wild Bill an. Unterstützung erhält er dabei von der adretten Beau (Ellen Hollman).

In vielen Belangen ist der überflüssige Nachfolger zu „Road House“ dem Original überlegen, leider nicht in positivem Sinne. Bestach schon der Erstling nicht gerade durch Feingefühl, so konnte er dennoch bei aller Beschränktheit unterhalten. Genau diesem Anspruch wird „Road House 2“ nicht gerecht, denn nach einem halbwegs optimistischen Beginn flacht der Film schnell ab und besticht durch pausenlose Langeweile. Einzig die mimischen Entgleisungen der Protagonisten, allen voran die von Jake Busey („Starship Troopers“, „S.F.W.“), sorgen für kleinere Lacher zwischendurch. Der Sprössling von Gary Busey besticht, um etliche Pfunde gereifter, durch krachendes Over-Acting. Als weiblicher Blickfang darf die hübsch anzusehende Ellen Hollman („Surf School“) fungieren, kann allerdings einer Kelly Lynch nie das Wasser reichen (erinnert sich jemand an das weiß gepunktete Kleid aus Teil eins?).

Als Swayze-Ersatz darf Johnathon Schaech („That Thing You Do!“, „8MM 2“) die Fäuste springen lassen, als Action-Held ist dieser jedoch nicht wirklich geeignet. Zwar scheint er die ein oder andere Kampfsportstunde besucht zu haben, allerdings wirkt seine Performance arg dröge und passt sich dem langweiligen Niveau des Films an. Selbst Will Patton („The Punisher“, „Nur noch 60 Sekunden“) darf hier gleich reihenweise die Fäuste schwingen, dies sagt im Grunde alles über die (Action-)Qualität des Films aus. In einer kleineren Nebenrolle gibt es dafür ein Wiedersehen mit B-Karate-Ikone Richard Norton („City Hunter“, „Shanghai Police“). Wer auf zahlreiche Schlägereien hofft, wird von „Road House 2“ maßlos enttäuscht sein.

Nach solidem Beginn will der Film nur noch über die Runden kommen, bis zum Showdown ist Action so gut wie nicht vorhanden. Dabei sind die Kampfszenen – wenn es sie einmal gibt – durchaus solide inszeniert. Zwischendurch wird der Vorgänger jedoch mehr schlecht als recht in leidenschaftsloser Manier kopiert. Ein wenig Begeisterung für die Sache hätte man Regisseur Scott Ziehl („Eiskalte Engel 3“) sicherlich zumuten können. „Road House 2“ ist ein typischer, direkt für den Videomarkt produzierter Aufguss eines bekannten Filmchens, ohne Esprit und Leidenschaft. Für die Masse billig produziert, darf sich der Film mit einem bekannten Namen rühmen, helfen tut es sicherlich keinem von beiden Werken.

Wertung: (2 / 10)

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