Ritter Jamal (USA 2001)

ritter-jamalGott allein wird wissen, aus welchem Grunde Schmalspurkomödiant Martin Lawrence neben Will Smith den bestverdienendsten afroamerikanischen Darsteller Hollywoods stellt. Denn bei der Betrachtung solch schwachbrüstiger Humorklopse wie „Big Mamas Haus”, „Der Diamantencop” oder jüngst „National Security” drängt sich doch unweigerlich die Frage auf, wie ein fast ausnahmslos auf witz- wie geistlose Steifen abonnierter Darsteller wie Lawrence mit Einkünften um die 15 Millionen Dollar pro Film gesegnet werden kann. Und da der Herrgott uns auch in diesem Falle eine Antwort schuldig bleibt, existiert als finaler Rettungsschuß lediglich die Option des Griffes zu Martin Lawrences jüngst auf Video und DVD erschienenem Spuk „Ritter Jamal”.

Der sollte wohl auch dem letzten Zweifler schmerzlich das kapitale Unvermögen des überzogenen Akteurs vor Augen führen. In diesem nämlich verkörpert der großohrige Darsteller den Themenparkangestellten Jamal, der beim Säubern des Burggrabens der auf mittelalterlich getrimmten Erlebnisstätte durch ein magisches Amulett geradewegs durch die Zeit ins England des finsteren 14. Jahrhunderts befördert und prompt für einen lang erwarteten Gesandten französischer Herkunft gehalten wird. Und während sich Jamal in einem mit seinem Arbeitgeber konkurrierenden Freizeitpark wähnt, gerät er mehr und mehr in einen revolutionären Umbruch des Königreiches.

Mit „Ritter Jamal” hat Regisseur Gil Junger („10 Dinge die ich an Dir hasse”) eine durchweg lächerliche und in jeglicher Hinsicht überflüssige Zeitreiseklamotte vorgelegt, welche sich angefüllt mit Plattheiten und Peinlichkeiten präsentiert und darüber hinaus einzig Langeweile und Ärger über die verschwendete Zeit verbreitet. Handlung und Humor residieren auf Sparflamme, so dass die ausnahmslose Nonfunktionalität des gesamten humoristischen Repertoires kaum verwunderlich erscheint. Immerhin solide inszeniert, versetzen „Ritter Jamal” letztendlich die allesamt indiskutablen schauspielerischen Leistungen den unterhaltungsgemäßen Todestoß. Neben Martin Lawrence, der sich durch affektiertes Gebahren und plumpes herumalbern viel zu aufdringlich in den Vordergrund stellt, gibt es unter anderem Tom Wilkinson („Der Patriot”) zu bestaunen. Der Mittelalter-Ulk ist eine unsympathische Komödie mit geringem Unterhaltungswert und einem nervtötenden Hauptdarsteller. In jeder Hinsicht ein Paradebeispiel komödiantischen Unvermögens.

Wertung: (3 / 10)

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