Ringworm – Justice Replaced By Revenge (2005, Victory Records)

ringworm-justice-replaced-by-revengeAuch wenn ihr Name die Vermutung nahe legt, RINGWORM ist kein symptomatisches Begleitgut der Metal-Core Fraktion. Vielmehr ist die Band aus Cleveland ein Rudiment der frühen Tage von Victory Records. Eine Zeit, in der Combos wie INTEGRITY dem Hardcore unweigerlich ihren Stempel aufdrückten. In den letzten Jahren wurde es still um RINGWORM, weshalb ihr neuester Streich „Justice Replaced By Revenge“ auch wie ein Paukenschlag die Gehörgänge klingeln lässt. Die Mitwirkung von TERROR-Gitarrist Frank „3 Gun“ Novinec ist stets spürbar, fühlt sich der Fünfer doch mehr der alten Schule des Hardcore verpflichtet als neumodischen Trenderscheinungen. Allein der wutschnaubende Einsatz von Schreihals Human Furnace führt RINGWORM aus dem Schatten metallener Tage hinaus. Ohne Rücksicht auf Verluste peitscht sein entfesseltes Organ die temporeichen Tracks nach vorn. Schwer ist es dabei nicht sich auszumalen, wie bei jeder Silbe Furnaces tosender Geifer das Mikro bespritzt.

Die allgegenwärtige Aggressivität ist ein entscheidender Faktor von „Justice Replaced By Revenge“. In einem brutalen Rundumschlag rechnen RINGWORM mit ihrer Umwelt ab und beerdigen den zeitgemäßen Style-Core unter einer Lawine instrumentierten Gerölls. Natürlich kommt das Album nicht ohne Metal-Anleihen aus, doch bedient man sich ekstatisch zuckender Gitarrensoli mit bedacht. Die Schnittkante der verschiedenen Stile strafft die infernalische Scheibe, die bei dreizehn Songs knapp unterhalb der Marke von dreißig Minuten Spielzeit rangiert. „Justice Replaced By Revenge“ ist ein Brett erster Güte, ein hasserfüllter Prediger der dunklen Seiten des menschlichen Daseins. Eine neue Entwicklungsstufe erklimmt der ungestüme Hardcore damit nicht. Das muss er auch nicht, denn immerhin gelingt es RINGWORM, die furioseste Genre-Kelle seit langem aus dem Hut zu zaubern. Allein das ist aller Ehren wert.

Wertung: (7,5 / 10)

scroll to top