Ring of Fire (USA 1991)

ringoffireTitten, Fights und tumbe Dialoge: „Ring of Fire“ bietet all das, was man von Produktionen des Partnerunternehmens Pepin/Merhi gewohnt ist. Oder auch nicht. Der von Richard W. Munchkin („Fists of Iron“) inszenierte und mitgeschriebene Reißer, bei dem Richard Pepin auch die Kamera führte, ist eine selten doofe Kickbox-Schmonzette, bei der Don ´The Dragon´ Wilson („Futurekick“) in Rassenkonflikte und Liebeswirren verstrickt wird. In zäher Anlehnung an „West Side Story“ darf er sich als chinesischer Einwanderer in ein dralles US-Blondchen vergucken, was deren Bruder und Verlobter gar nicht gern sehen.

Aber was ist der von Wilson gespielte Johnny auch für ein patenter Kerl! Da verdingt er sich als angesehener Krankenhausarzt und findet zudem noch die Zeit, im Restaurant der Tante auszuhelfen. Ach ja, Kickboxen kann er darüber hinaus wie kein Zweiter. Aber das kann im amerikanischen B-Movie ja ohnehin fast jeder. So auch Johnnys Vetter Terry (Steven Vincent Leigh, „Karate Tiger 7 – To Be the Best“), der sich mit seinem Gefolge (u.a. Eric Lee, „Big Trouble in Little China“) bevorzugt in markiges Kräftemessen mit den latent fremdenfeindlichen Schnöseln um Brad (Dale Jacoby, „Karate Tiger“) und Chuck (Vince Murdocco, „Protect and Kill“) verstrickt.

Verkompliziert wird die Angelegenheit, als sich der unbeteiligte Johnny in Julie (Maria Ford, „Necronomicon“) verliebt. Die ist nicht nur Brads Schwester, sondern auch noch Chucks Verlobte. Das Konfliktpotential, das hier über knapp 90 Minuten verhandelt wird, würde jedes Autorengeschwader einschlägiger Daily-Soaps vor Neid erblassen lassen. Kaum auszudenken, was Meister Munchkin und seine Partner ausgeheckt hätten, wäre der in Deutschland „Bloodfist Fighter 2“ betitelte Streifen auf mehrere Jahre in täglicher Mindestdosis angelegt worden!

Tatsächlich wie Jahre zieht sich das lachhaft gespielte Drama im stumpfen Mittelteil, der ausschließlich aus Turtelszenen und Trainingsmontagen besteht. Während Johnny und Julie nämlich über alle Unterschiede das große Glück proben, mündet die Fehde zwischen Brad und Terry in einen fatalen Zweikampf. So ist natürlich auch Johnny schlussendlich gezwungen in den Ring zu steigen und die Verhältnisse via Faustrecht zu klären. Die Action ist ansehnlich, aber viel zu rar gesät. Über die Runden helfen müssen da unfreiwillige Komik (Murdoccos Tanzeinlage beim Kostümball!) und Gary Daniels („Night of Terror“) übertriebene Van Damme-Kopie. Ein reichlich beknackter Film.

Wertung: (3,5 / 10)

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