Rezept zum Verlieben (USA 2007)

rezept-zum-verliebenAuf den ersten Blick hat man es mit einer typischen romantischen Komödie zu tun, bei der erst mal nur die Darsteller unüblich erscheinen. Die häufig unterkühlt wirkende Catherine Zeta-Jones gilt sicherlich nicht als Genre-Maßstab. Allerdings ist „Rezept zum Verlieben“, ein Remake des deutschen Films „Bella Martha“ mit Martina Gedeck von 2001, kein Genrewerk im ursprünglichen Sinn. Liebe ja, aber es darf auch etwas mehr sein.

Die eigenbrötlerische Kate (Catherine Zeta-Jones) gehört zu den besten Köchinnen der Stadt, in ihrer Küche hat sie das alleinige sagen. Mundet einem Gast das Essen nicht, nimmt die stets mit größter Perfektion vorgehende Frau dies mehr als persönlich. Schlagartig ändert sich jedoch ihr komplettes Leben. Nach einem tödlichen Unfall ihrer Schwester muss bzw. soll Kate für deren Tochter Zoe (Abigail Breslin) sorgen. Zudem stellt ihre Chefin den lebensfrohen Koch Nick (Aaron Eckhart) ein, mit dem sie gemeinsam die Küche führen soll. Dies behagt Kate überhaupt nicht, doch muss sie sich mit dieser Situation arrangieren, gleichzeitig zur trauernden Zoe eine Beziehung aufbauen. Dies gelingt Nick jedoch um einiges besser als Kate und gleichzeitig kommen sich beide auch näher.

Entgegen allen Vorahnungen handelt es sich bei „Rezept zum Verlieben“, gedreht von „Shine”-Regisseur Scott Hicks,  in erster Linie nicht um eine weitere romantische Komödie mit allen bekannten Zutaten. Das Intermezzo zwischen Catherine Zeta-Jones („Die Legende des Zorro“) und Aaron Eckhart („Thank you for Smoking“) ist zwar nicht aufzuhalten, wird jedoch nicht dermaßen in den Vordergrund gestellt, sondern geschieht vielmehr so nebenbei. In erster Linie geht es um die Annäherung von Catherine Zeta-Jones und Abigail Breslin („Little Miss Sunshine“) bzw. den letztlich positiven Einfluss, den das kleine Mädchen auf das Leben der scheinbar so gestandenen Frau hat.

Als unausgegoren erweist sich ausgerechnet die Liebesbeziehung, denn in erster Linie gibt es gar keine erklärlichen Gründe dafür, warum sich die beiden eigentlich jetzt so mögen und vor allem Eckhart sich so ins Zeug legt. Insofern ist man als Zuschauer eher von dem Schicksal der kleinen Abigail Breslin gefangen, als man dem halbgaren Gebalze zwischen Catherine Zeta-Jones und Aaron Eckhart unbedingt etwas abgewinnen könnte. Zwar machen diese ihre Sache recht ordentlich, haften bleibt dennoch vor allem die überzeugende Darstellung ihrer kleinen Kollegin. Das menschliche Miteinander, plötzlich auftretende Probleme, Gefühle und Ängste, die irgendwie alle Protagonisten haben, lassen den Film nichtsdestotrotz menschlich und glaubwürdig wirken. Die Umsetzung gelingt allen drei Akteuren – immer wieder garniert mit amüsanten Szenen – durchaus ansprechend.

Gegenüber dem deutschen Vorbild wurden in einigen Szenen und Abläufen Veränderungen vorgenommen, die Grundstruktur ist allerdings grundsätzlich identisch. Leider endet der insgesamt vielleicht nicht sehr temporeiche, aber durchaus unterhaltsame Film in ein klebrig süßes Standard-Happy-End, wie es sich für Hollywood wohl einfach gehört. Dieses wäre so nun wahrlich nicht nötig gewesen, aber etwas anderes hatte man von Anfang an wohl auch nicht erwartet.

Wertung: (6 / 10)

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