Return of the Warrior – Tom Yum Goong 2 (T 2013)

return-of-the-warriorMit seinen Auftritten in „Ong Bak“ (2003) und „Tom Yum Goong“ (2005) verortete Tony Jaa Thailands Actionkino im internationalen Bewusstsein. Der 39-jährige Wirbelwind ist ein Star, das zeigen auch Engagements in Hollywood („Fast and Furious 7“) und Hong Kong („SPL II: A Time for Consequences“). Doch ein wenig ist die Erfolgsmaschinerie ins Stocken geraten. Denn obwohl die Budgets seiner Werke stetig wachsen, zeigte sich bereits am „Prequel-Sequel“ „Ong Bak 3“, dass ein größerer Produktionsaufwand längst noch keinen überzeugenden Film garantiert. Verstärkt wird dieser Eindruck auch durch die Empfehlung Indonesiens zur neuen (südost-)asiatischen Wundertüte.

Dort haben die furiosen – und auch handwerklich ansprechenden – „The Raid“-Teile Iko Uwais als ernstzunehmenden Konkurrenten etabliert. Trotzdem überrascht die Deutlichkeit, mit der Jaa im Rennen um die Gunst des Publikums ins Hintertreffen gerät. Grund ist die hierzulande wiederum direkt im Verleih erschienene Fortsetzung von „Tom Yum Goong“ (aka „Revenge of the Warrior“). Verständlich erscheint das nicht, sind mit Regisseur/Produzent Prachya Pinkaew und Produzent Panna Rittikrai doch die Macher seiner größten Erfolge beteiligt. Aber durchwachsene Action und das lahme Skript machen „Return of the Warrior“, so der deutsche Titel, zur ausgemachten Enttäuschung. Da nützt auch überraschend wenig, dass Jaa mit „Chocolate“-Star JeeJa Janin auf eine schlagkräftige Partnerin verweisen kann.

Acht Jahre, nachdem er Sydney aufgemischt hat, kommt Kham (Jaa) wieder sein geliebter Elefant abhanden. Der Dieb ist schnell ausgemacht, nur findet ihn der gewaltsam in dessen Domizil eindringende Kham ermordet vor. Die rachsüchtigen Nichten (u.a. Janin) des Toten haben ihn bald ebenso als Täter ausgemacht wie die anrückenden Polizeikräfte, in deren Reihen nur Mark (Jaas bewährter Sidekick Petchtai Wongkamlao, „The Bodyguard“) an seine Unschuld glaubt. Als wahrer Drahtzieher entpuppt sich Gangster LC (RZA, „The Man With the Iron Fists“), der den Paradekämpfer gern in seine Sammlung zum Vergnügen gegeneinander antretender Fighter integrieren möchte – und zudem ein Attentat auf eine in Thailand stattfindende Friedensverhandlung plant. Dass Elefant und Eigner dabei eine Schlüsselrolle zufällt, versteht sich von selbst.

Der Reiz von Tony Jaas Durchbruchswerken besteht in der handgemachten Action. Nur ist davon kaum mehr etwas geblieben. Mit Drahtseil, Greenscreen und (mäßig gelungenen) 3D-Effekten kommen Techniken zum Einsatz, die der ursprünglichen Faszination von Jaas Auftritten widerstreben. Gemessen am Erfolg der Vorgänger ist das nur zu verständlich, rechtfertigt aber kaum den zu selten spektakulären Körpereinsatz der Beteiligten Kampfkünstler. Die Melange aus Akrobatik und Humor weist wieder in die Richtung des Hong Kong-Kinos der 80er. Hinzu kommt diesmal aber eine betont comichafte Note, die den Martial-Arts-Duellen einen dezent trashigen Anstrich verpasst. Bereits der Vorgänger bohrte erzählerisch enorm dünne Bretter. Dafür riss die Action mit. Gerade dieser notwendige Ausgleich fehlt „Return of the Warrior“. Mehr als mittleres B-Niveau ist da leider nicht drin.

Wertung: (4 / 10)

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