Return of the Living Dead (USA 1985)

returnofthelivingdeadUnter dem Titel „Return of the Living Dead“ schrieb John A. Russo – der einst mit George A. Romero das Skript zu dessen Kultklassiker „Night of the Living Dead” verfasst hatte – ein Drehbuch. Produzent Tom Fox („Madhouse“) erwarb die Rechte und bot es „Alien“-Autor Dan O´Bannon zur Umsetzung an. Dieser gelangte rasch zu der Ansicht, dass Tonalität und Handlungsablauf zu tief in das von Romero erschlossene Terrain drängten. O´Bannon formte das Buch um und würzte es mit komödiantischen Aspekten und schwarzem Humor. 1985 schließlich verfilmte er die überarbeitete Version der Geschichte unter ihrem ursprünglichen Namen.

Als zwei Mitarbeiter eines Warenlagers für medizinische Hilfsmittel versehentlich Gas aus einem mysteriösen Container entweichen lassen, hat das ungeahnte Folgen. Die präparierten Hunde beginnen zu hecheln, der Tote in der Kühlkammer zu toben und die Verstorbenen auf dem nahegelegenen Friedhof entsteigen ihren Gräbern. Kurz darauf rotten sich alle in unmittelbarem Umkreis befindlichen Lebenden in der Arbeitsstätte von Einbalsamierer Ernie (Don Calfa, „Immer Ärger mit Bernie“) zusammen.

Für Lagerleiter Burt (Clu Gulager, „The Hidden“), dessen Mitarbeiter Frank (James Karen, „Mulholland Drive“), Praktikant Freddy (Thom Matthews, „Mean Guns“) und eine Gruppe Punks (darunter „Dienst in Vietnam“-Veteran Miguel A. Núnez, Jr.) beginnt der Kampf ums nackte Überleben. Denn mit Heißhunger auf menschliches Hirn blasen die Zombies zum Angriff. Als den Eingeschlossenen endlich Hilfe naht, scheint die Katastrophe kaum mehr unter Kontrolle zu bringen.

„Return of the Living Dead“ ist eine respektlose Horror-Komödie zwischen Grusel-Comic und Gore-Fest. Stets begleitet von augenzwinkerndem Humor, zieht die absurde Katastrophe immer breitere Bahnen. Trotz vereinzelter Härten steht eindeutig das makabre Vergnügen im Vordergrund. Dan O´Bannon – der hier einen überzeugenden Einstand als Regisseur gibt – bedient die Reglements des Zombiefilms mit Respekt. Er kennt seinen Romero und weiß um die möglichst effektive Schaffung von Atmosphäre mit geringem Aufwand.

Trotzdem baut der Film vornehmlich auf eigene Ideen. Die Zombies sind hier keine schlurfenden Kannibalen, sondern wieselflinke Monstrositäten auf der Jagd nach schmackhafter Hirnmasse. Selbst die Fähigkeit der Sprache ist den Untoten zu eigen, was sich besonders in der wiederholten Anforderung von zusätzlichem Sanitäts- und Polizeipersonal auszahlt. Das sarkastische Finale ist geprägt von Seitenhieben auf die militaristische Ader der damalig amtierenden Regierung Reagan. Dort fließt der Biss von „Dr. Seltsam“ mit der Kompromisslosigkeit von „Dawn of the Dead“ zusammen.

„Return of the Living Dead“ ist ein Kind der Achtziger und funktioniert einzig unter der Berücksichtigung seiner zeitlichen Einordnung. Mit sparsam dosiertem Trash-Appeal und engagiert agierenden Darstellern weiß der unterhaltsame Streifen weitgehend zu überzeugen. Geringem Leerlauf und versiegender Inspiration im Mittelteil stehen Kurzweil und meist gelungene Effekte entgegen. So funktioniert der Film auch nach zwei Dekaden noch als humorige Eskapade einer festgefahrenen Spielart des Horrors. Der in Fankreisen vielgepriesene Kultfilm ist „Return of the Living Dead“ dennoch nicht.

Wertung: (6,5 / 10)

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