Rest Stop (USA 2006)

rest-stopEs gibt Filme, die können gar nicht schnell genug zu Ende sein. Dies Armutszeugnis kreativer Unterhaltungskultur trifft auch auf „Rest Stop“ zu, eine krude Mischung aus „Duell“ und „Wolf Creek“. Autor und Regisseur John Shiban, in der Hauptsache Schreiber für TV-Serien (u.a. „Akte X“) inszenierte direkt für eine Auswertung auf dem Videomarkt. Das allein macht seinen brutalen Beitrag zum Backwood-Slasher nicht derart unsäglich, wenn die unmittelbare Produktion für den häuslichen Gebrauch auch selten gerechtfertigter erschien. Wo Horrorfilme für gewöhnlich nur bedingt sinnig erscheinen, ist Shibans Filmdebüt der Gipfel haarsträubender Unlogik. Ohne Rücksicht auf (inhaltliche) Verluste laufen Handlungsstränge in lose Enden, wird ungeschickt mit Mystery-Elementen hantiert oder gleich ganz auf heftigen Aderlass gesetzt. Nur Spannung, geschweige denn eine konstante Atmosphäre will sich nicht einstellen.

Die verzeihlich dünne Geschichte beschäftigt sich mit Nicole (Jamie Alexander, „The Other Side“) und Jess (Joey Mendicino), einem jungen Paar, das aus der texanischen Tristesse ausbricht, um nach Kalifornien durchzubrennen. Unterwegs wird bald der erste Joint geraucht und eine Nummer im freien geschoben, ehe der zwangsläufigen Verirrung das nackte Grauen folgt. An einem abseitigen Rastplatz sucht Nicole nur kurz die Toilette auf. Als sie zurück ins Freie tritt ist Jess samt Auto verschwunden. Der Verunsicherung folgt bald Panik, beginnt ein gesichtsloser Truckfahrer doch ein perfides Spiel mit ihr zu treiben. Im Folgenden wird Grausamkeit einmal mehr als letztes Mittel der Emotionalisierung eingesetzt. Trotz leichter Kürzungen in der deutschen Fassung bleibt noch immer ausreichend Qual und Folter übrig, um die Hilflosigkeit des selbstzweckhaften Gemetzels zu unterstreichen.

Das Problem an der Sache ist nur, dass „Rest Stop“ auch als bloßer Splatterfilm nicht funktioniert. Das liegt mitnichten am hundsmiserablen Schauspiel oder dem fehlgeleiteten Dokumentarcharakter, der im besten „Blutgericht in Texas“-Sinne verstören soll, vielmehr fügen sich die banalen Einzelteile nie zu einem kompletten Konstrukt zusammen. Selbstverständlich wird das Thema in der x-ten Variation nicht origineller. Aber die zunehmende Behäbigkeit, die sich bei der ohnehin nur knapp 80 Minuten bemessenden Laufzeit als Füllmaterial der ohne Motiv verbleibenden Attacken einstellt, hebt die vordergründige Gewalt als Motor der Unterhaltung deutlich hervor. Am vorhersehbaren Ende bleibt nicht mehr als billig produziertes Blutvergießen, das schlichtweg in allen Belangen durchfällt und jegliche Substanz vermissen lässt. Ein Machwerk von geradezu beschämender Einfalt.

Wertung: (2 / 10)

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