Resident Evil: The Final Chapter (USA/GB/D/CAN/AUS/F/J/ZA 2016)

„My name is Alice and this is my story. The end… of my story.” – Am Ende: Alice

Ein letztes Mal „Resident Evil”. Nach 15 Jahren bedeutet „The Final Chapter“ das Ende der sechsteiligen Kino-Reihe. Der ihnen zugrundeliegenden Videospiel-Serie wurden die Filme nie gerecht. Finanziell ertragreich waren sie dennoch. Weltweit erwirtschaftete die Saga mehr als 1.2 Milliarden Dollar. Am Ende jedoch wurden die US-Einspielergebnisse magerer, der Abschluss spülte in Nordamerika nur noch rund 27 Millionen Dollar in die Kassen. Der Schlussstrich schien daher nur eine Frage der Zeit. Wehmut ist allerdings kaum angebracht, selbst wenn Autor und Regisseur Paul W. S. Anderson („Event Horizon“) das Finale mit emotionalen Momenten und identitätsstiftenden Wendungen flankiert.

Das Niveau des Konzepts verharrte in seiner Gesamtheit in eher überschaubaren Höhen. „Resident Evil“ ist B-Kino mit A-Budget, anspruchsresistentes Augenfutter mit hohem Krawallfaktor. Dass das durchaus funktionieren kann, bewies der von Russell Mulcahy gedrehte dritte Teil „Extinction“. Der Rest rangierte vom Potential des Ansatzes meist weit entfernt. Dass es der Abschluss kaum anders macht, erscheint entsprechend verzeihlich. Immerhin kracht es an allen Ecken und Enden. Mit der erwartbaren Konsequenz erzählerischer Stagnation. Daran rüttelt auch die schlussendliche Enthüllung über die Herkunft von Kampf-Amazone Alice (Milla Jovovich, „Die drei Musketiere“) nicht.

Zum Auftakt setzt es einen kurzen Prolog über die hehren medizinischen Absichten, aus denen das T-Virus hervorging – und die daraus abgeleiteten Allmachtsbestrebungen von Dr. Isaacs (Iain Glen, „Game of Thrones“), der sich nachhaltig als größtmöglicher Scheißkerl empfiehlt. Der ihm unterstellte Umbrella-Konzern schuf die künstliche Intelligenz Red Queen, mit der es Alice im Laufe der Jahre wiederholt aufnehmen musste. Dass ihr ausgerechnet die digitale Umbrella-Schutzpatronin einen Weg offeriert, den Kampf gegen Isaacs und Gefolge für sich zu entscheiden, mag nicht unbedingt clever erscheinen. Aber es beschert dem unmittelbar ans Ende von „Retribution“ anknüpfenden Plot einen konstanten Katalysator.

Auf Geheiß der Red Queen verschlägt es Alice zurück nach Raccoon City, wo die Ausbreitung des T-Virus und die Zombifizierung der Menschheit ihren Anfang nahm. Im unterirdischen Hauptquartier des Konzerns soll sie ein Antivirus freisetzen und die überschaubare Zahl Überlebender vor der endgültigen Vernichtung bewahren. Dabei behilflich sind eine Handvoll Widerständler, darunter die bewährte Claire Redfield (Ali Larter, „Final Destination“) und Franchise-Novizin Abigail (Ruby Rose, „John Wick 2“), mit denen Alice Umbrella stürzen und Rache an Verräter Wesker (Shawn Roberts, „Diary of the Dead“) üben will. Das endzeitliche Ambiente wirkt dabei weitgehend stimmig. Die Welt ist eine Trümmerlandschaft, gesäumt von Untoten-Heeren und schleimigen Kreaturen.

Getrübt wird der Eindruck von rasanten Zooms und Schnitten am Rande der optischen Reizüberflutung. Das hibbelige Bildstakkato lässt die meist im Halbdunkel stattfindende Action bestenfalls erahnen. Visuelle Highlights, etwa der vom Hochausdach in Brand gesetzte Zombie-Tross, bleiben rar gesät. Das gilt auch für neue Impulse. Der Weg ans Ziel wird von fleischigen Mutationen und anderen von Wesker orchestrierten Verteidigungsmaßnahmen gesäumt, die episodisch bewältigt werden. Das hat man im Laufe der Reihe sicher schon schlechter gesehen, mit Stil verabschieden sich Alice & Co. aber keineswegs in den Ruhestand. Wen es nach Krawall-Overkill mit Horror-Anteil und einem Nichts an Handlung verlangt, der liegt hier richtig. Der Rest kann froh sein, die mäßige Serie schadlos überwunden zu haben.

Wertung: (4 / 10)

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