Reno Divorce – Tears Before Breakfast (2009, I Scream Records)

reno-divorce-tears-before-breakfastDas neben Las Vegas größte US-amerikanische Spielerparadies Reno zieht fast magnetisch heiratswillige Paare auf der Suche nach dem Schuss Besonderheit an. Der rege Zulauf aber entspricht eher einer Massenabfertigung, der eine spezielle Note merklich abhanden kommt. Ähnlich verhält es sich mit RENO DIVORCE, die schon dem Namen nach nicht auf Eheschließung aus sind, jedoch wie die Instant-Hochzeiten von einem Muff der Beliebigkeit umweht bleiben. Dabei bringt ihr rock ‘n rollender Punk eigentlich alle Attribute mit, die arschtretende Männer-Mucke zwischen Schweiß- und Biergeruch vorweisen sollte.

Mit „Tears Before Breakfast“ legen die Jungs aus Colorado (nicht Nevada) ein Album vor – ihr bereits viertes –, das die Eier hat, wo sie hingehören. Trotzdem fehlt etwas. Zwar erinnern sie bevorzugt an SOCIAL DISTORTION und bringen auch den nötigen Druck mit, lassen aber schlicht eine ungeschliffene Rohheit vermissen. Recht konventionell und überraschungsarm, dabei jedoch stets ansprechend, ziehen die 11 Tracks vorüber. Hängen bleibt nicht viel, relevante Hits gibt es keine. Dass die Platte dennoch Spaß bereitet, liegt am manierlichen Miteinander von netten Melodien und satter Rock-Power. Ein solides Stück Testosteron-Punk also, über das man aber weder heiraten noch scheiden muss.

Wertung: (6,5 / 10)

scroll to top