Redemption – Stunde der Vergeltung (USA 2013)

redemptionstathamDas britische Kraftpaket Jason Statham ist nicht nur seit Jahren der konstanteste Recke im Actionfach, er ist abseits fürs Genre prädestinierender Physis auch ein überzeugender Schauspieler. Wer einen Beweis braucht, dem sei das Krimi-Drama „Bank Job“ ans Herz gelegt. Abseits typischer geradliniger Genre-Heroen verkörpert Statham nicht selten gebrochene Figuren, die sich aus traumatischem Abgrund mit Gewalteinsatz zurück ins Leben kämpfen. Jüngstes Beispiel dafür ist „Redemption“, im Original weniger pathetisch „Hummingbird“ betitelt.

Darin fristet Stathams traumatisierter Afghanistan-Veteran Joey ein karges Dasein auf Londons Straßen. Im Kriegseinsatz brannten ihm die Sicherungen durch. Zurück ins Leben fand er nicht. So wohnt er mit einer Gossengefährtin im Karton und lässt die Tage vorüberziehen. Bis er eines Abends in einen Streit verstrickt wird, Prügel bezieht und während der Flucht auf ein Hausdach im Appartement eines verreisten Geschäftsmannes landet. Dort quartiert er sich ein, leckt seine Wunden und kommt langsam auf die Füße. Vor Fremden gibt er sich als Freund des Wohnungseigners aus und streift in dessen Designeranzügen und Luxusschlitten bald durch die Stadt.

Joey verdingt sich als Tellerwäscher und unterstützt die Armenspeisung der jungen Nonne Cristina (Agata Buzek, „Sommer auf dem Land“). Nur seine Kartonmitbewohnerin bleibt unauffindbar. Zumindest, bis ihre Leiche auftaucht, als Prostituierte zu Tode geprügelt von einem sadistischen Banker. Plötzlich hat Joey wieder ein Ziel: Rache. Mit diesem eigenwilligen Genremix taucht Autor und Regisseur Steven Knight (schrieb u.a. das Skript zu „Eastern Promises“) in gegensätzliche Milieus ein und kehrt die Seelennarben von Anti-Held Joey und Kirchenengel Cristina langsam hervor.

Die Charaktere überzeugen, inhaltlich wirkt das mit dosierter Action angereicherte Drama jedoch unentschlossen und überfrachtet. Dass Stathams emotionsreduzierter Einzelkämpfer bei der chinesischen Mafia als Schlagetot anheuert (den Verdienst investiert er auch in Fast Food für die Obdachlosen), dient neben der herausgearbeiteten Ambivalenz lediglich der Identifizierung des Sado-Bankers. Aber der Zweck heiligt die Mittel. Auch bei Cristina, der Joey näher kommt, obwohl die doch eigentlich mit Gott liiert ist. So bleibt „Redemption“ ein Film der Gegensätze und Widersprüche. In der Verknüpfung der verschiedenen Richtungen nicht vollends durchdacht, aber immerhin sehenswertes Kontrastprogramm zu Hollywoods Actioneinerlei.

Wertung: (6 / 10)

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