Red Tape Parade – Ballads Of the Flexible Bullet (2008, Let It Burn Records)

red-tape-parade-ballads-of-the-flexible-bulletGrößere Bekanntheit dürften RED TAPE PARADE aus dem Süden der Republik bislang nicht erlangt haben, wenngleich dies zuletzt in Teilen sicherlich relativiert werden konnte. Denn als permanenter Toursupport von THE CASTING OUT auf deren letzter Tour erreichte man bestimmt mehr Leute als je zuvor. Nathan Gray konnten die Jungs dann auch gleich als Gastsänger bei „Less Than a Minute“ verpflichten. Auf Tour wurde unter anderem auch auf ihr Debütalbum „Ballads Of the Flexible Bullet“ verwiesen, welches Mitte Oktober erschien. Darauf orientieren sich RED TAPE PARADE grob am Hardcore-Punk der 80er, Bands wie 7 SECONDS oder MINOR THREAT kommen einem rasch in den Sinn, nicht nur weil diese beiden Bands u.a. von ihnen auch als Einflüsse genannt werden. Die Strukturen ähneln sich eben, schnell vorgetragener und vom Hardcore gestreichelter Punkrock, der aber mit seinen zahlreichen melodischen Parts die Brücke zum Melo-Core der 90er schlägt.

Das klingt nach einer Menge Herzblut, da man zum einen nicht irgendwelchen Trends hinterherhechelt, zum anderen aber auch etwas zu sagen hat, was die Texte der hier versammelten 16 Songs immer wieder beweisen. Dem guten Gesamteindruck kommt nur die manchmal etwas zu sehr nach Garage oder Proberaum klingende Produktion in die Quere. Das ist unter anderem auch auf den Gesang zu beziehen, der häufiger einfach nicht „rund“ wirkt, was aber auch schon live zu hören war. Zwar schreit und singt Frontmann Wauz sich förmlich die Lunge aus dem Leib, aber leider wirkt sein Organ immer wieder etwas kraftlos (bspw. bei „Neutron“ oder den Gesangsparts von „Friendly Fire“). Die Instrumentalfraktion wirkt da ausgereifter, dennoch könnte auch hier eine druckvollere, saubere Produktion für einen grundsätzlichen Schub nach vorn sorgen. Dennoch, am positiven Gesamteindruck ändert das nichts, denn „Ballads Of the Flexible Bullet“ ist ein vielseitiges Stück Musik mit deutlich mehr Höhen als Tiefen. Schnörkellose, aber melodische kleine Kraftpakete wie „Substance“ oder „Great Escape“ sind der Beweis dafür.

Wertung: (7 / 10)

scroll to top