Red Scorpion (USA/RSA 1989)

redscorpionSeinen Durchbruch in Hollywood feierte Schweden-Export Dolph Lundgren als russischer Ring-Gegner von Sylvester Stallone in „Rocky IV“. Durch die kantigen Gesichtszüge und dem markanten Akzent wurde er den Rollentyp auch in der Folgezeit nicht los. Im wüsten Kriegs-Actioner „Red Scorpion“ markierte Lundgren den Rambo-Abklatsch und durfte sich als Speznaz-Elitesoldat Nicolai gegen die Brutalität der eigenen Ideologie wenden. Dem propagandistischen Tenor des US-Kinos während der Achtziger entsprach das in vollem Maße.

Sowjets und Kubaner (mittendrin: Brion James, „Tango & Cash“) überziehen den von ihnen kontrollierten Teil Afrikas mit Tod und Zerstörung. Nicolai wird inkognito in die Region entsandt, um Rebellenführer Sundata (Ruben Nthodi) zu töten. Um an den schwer zu fassenden Freiheitskämpfer heran zu kommen, spielt er den Betrunkenen und mischt eine Kneipe auf, was ihn in eine Zelle mit Sundatas Vertrautem Kallunda (Al White, „Leprechaun II“) – und dem amerikanischen Journalisten Ferguson (M. Emmet Walsh) – bringt. Nicolai verhilft den beiden zur Flucht und versucht Vertrauen zu schaffen, um den Anführer der Aufständischen im eigenen Lager liquidieren zu können. Aber der lässt sich nicht so leicht übertölpeln.

Der russische Agent wird niedergestreckt und in der Wüste ausgesetzt. Dort finden ihn die eigenen Leute und wittern Verrat. Nicolai wird gefoltert, kann jedoch fliehen und heizt, nachdem er in der Steppe von Eingeborenen gefunden und gesund gepflegt wurde, den fanatischen Vorgesetzten mächtig ein. Zur Relativierung angestammter Feindbilder taugt Lundgren nicht. Sein geläuterter Elitekämpfer entspricht der amerikanischen Prägung zeitgenössischer Actionfilme. Dabei ist „Red Scorpion“ – trotz des Einsatzes von Effekt-Guru Tom Savini („Zombie – Dawn of the Dead“) – zwar weniger spektakulär und gewaltverherrlichend als „Rambo 2“, jeder Funken Verstand geht dem drögen Reißer dennoch ab.

Regisseur Joseph Zito, der mit Nebendarsteller Walsh auch das reaktionäre Chuck Norris-Vehikel „Missing in Action“ drehte, lässt es ordentlich krachen und spickt das flache Pyro-Spektakel mit Kugelhagel und Rock ´n Roll. Action-Nostalgikern mag das, sofern Walshs unausstehlich zynischer Parade-Amerikaner mit seinen Hetztiraden gegen die abscheulichen Russen („You murdering bastards“) nicht die Laune verhagelt, noch den einen oder anderen Freudenmoment bescheren. Daneben aber ist „Red Scorpion“ nur ein überraschend langatmiges Routine-Klischeegewitter mit eintöniger Action.

Wertung: (3,5 / 10)

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