Red Heat (USA 1988)

redheat„I’m gonna get us something from all four food groups: hamburgers, french fries, coffee and doughnuts.” – Art

Äktschn-Arnie ist nicht nur Vorzeige-Barbar und -Killermaschine, sondern auch ein Russe wie aus dem Bilderbuch. Mit „Nur 48 Stunden“ (1982) legte Walter Hill den Grundstein für das Buddy-Genre. Sechs Jahre später legte er nach. Statt Schwarz und Weiß paktieren diesmal Ost und West, wenn es in Chicago gilt einen gefürchteten russischen Gangster zur Strecke zu bringen. Da kommt Kraftpaket Schwarzenegger ins Spiel, der als Elitepolizist Ivan Danko zur Völkerverständigung zum ideologischen Erzfeind entsandt wird. Die US-Filmcrew leistete ähnliches, durfte sie doch erstmals vor Ort in Moskau drehen.

Dort geht gleich zum Auftakt die Post ab, wenn Danko versucht Drogendealer Rosta (Ed O´Ross, „The Hidden“) das Handwerk zu legen. Doch der kann entkommen und setzt sich ausgerechnet in die USA ab. Also muss der Russen-Cop mit dem schnoddrigen US-Kollegen Art Ridzic (James Belushi, „Mein Partner mit der kalten Schnauze“) kooperieren. Der ist selbstredend wenig erfreut, doch liegt der Schlüssel zum Erfolg wie so oft in der gemeinsamen Ermittlung. Und während der zeigen beide Bullen, was in ihnen steckt. Eine spektakuläre Verfolgungsjagd mit Omnibussen besiegelt das Schicksal des brutalen Gangsters.

Mit satter Action und einer ordentlichen Portion Humor knüpft Hill an seine Genreerfolge an. Dass „Red Heat“ recht formelhaft geraten ist, tut der prächtigen Unterhaltung keinen Abbruch. Das Duo Belushi/Schwarzenegger harmoniert glänzend, wenn sich der Humor auch hauptsächlich aus kulturellen und politischen Unterschieden speist. In Nebenrollen agieren die gut besetzten Peter Boyle („Taxi Driver“) und Laurence Fishburne („Matrix“), die als Polizeikräfte jedoch kaum mehr als Klischees bedienen. Wie die zu Rostas Geschäftspartnern avancierenden Ghetto-Gangster, ohne deren Zutun weit weniger oft die Waffen sprechen würden.

Der wortkarge Bulldozer und das sabbelnde Großmaul – ein bewährtes Rezept, so formelhaft wie kurzweilig aufgekocht. Die Hauptdarsteller harmonieren nicht, sie ergänzen sich. So weit es denn geht. Die Chemie muss nicht stimmen, schließlich keimt ihr einmaliger Einsatz aus den üppig aufgezeigten Gegensätzen. Hills Regie bleibt dabei gewohnt schnörkellos und in der Action mit blutigen Härten gespickt. Das genügt, wenn schon für keinen unbedingten Klassiker, so doch für ein zünftiges, trefflich besetztes Genre-Schwergewicht. Und das ist auch nach Glasnost noch ein gestandenes Vergnügen.

Wertung: (7 / 10)

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