Rapid Fire (USA 1992)

rapidfireDie Actionfilme der frühen bis mittleren Neunziger sind doch immer noch die besten. Mit überschaubarem Budget und weniger überlebensgroßen Helden auf die Leinwand gebracht, als es noch in den von Schwarzenegger und Stallone beherrschten achtziger Jahren der Fall gewesen wäre, ging mit ihnen eine Handvoll neuer Sterne an Hollywoods Firmament auf. Lange jedoch sollte ihr Licht nicht erstrahlen. Mit Ausnahme von Bruce Willis, dessen wegweisender Durchbruch „Stirb langsam“ bereits 1987 produziert worden war, pendelten sich die Karrieren der übrigen Fließbandheroen, solchen wie Seagal oder Van Damme, schon bald auf dem Terrain der Videoproduktionen ein.

Der Werdegang des Brandon Lee hingegen versandete nicht so einfach. Vielmehr starb der Filius von Martial Arts-Legende Bruce Lee auf ähnlich mysteriöse Weise wie der Vater, noch bevor der Verschleiß des Actionkinos auch ihn mit sich reißen konnte. Bei den Dreharbeiten zu „The Crow“ wurde er von einer schadhaften Platzpatrone tödlich verletzt. Aus seinem vorherigen Schaffen sind nur zwei Filme der Rede wert. Neben „Showdown in Little Tokyo“ ist es der ein Jahr darauf von Genrespezialist Dwight H. Little („Zum Töten freigegeben“) inszenierte „Rapid Fire“.

Darin mimt Lee den Künstler Jake Lo, der ungewollt in einen Krieg zwischen Drogenbaron Serrano (Nick Mancuso, „Alarmstufe: Rot 2“) und dessen Lieferanten Tau (Tzi Ma, „Rush Hour“) schlittert. Weil er Serrano bei einem Mord beobachtet, wird er als wichtiger Zeuge unter Polizeischutz gestellt, von korrupten Regierungsbeamten jedoch bald in die Mangel genommen. Des Polizistenmordes verdächtigt, spannt ihn Cop Ryan (Powers Boothe, „Ausgelöscht“) für seine Zwecke ein. Mit Jakes Hilfe will er Tau zur Strecke bringen und im Gegenzug seine Unschuld beweisen.

In diesem unterhaltsamen, wenn auch nicht mehr als gehoben durchschnittlichen Actionfilm, findet der übertrieben cool auftretende Brandon Lee etwas zu viel Gefallen am Einsatz seines beweglichen Körpers. Ein großer Schauspieler war er nie, so dass die Physis ein Ausrufezeichen hinter seiner Performance setzen musste. Dazu serviert Regisseur Little ein paar blutige Einschüsse, brauchbare Stunts und ordentlich in Szene gesetzte Martial Arts-Einlagen. Angereichert wird der Plot durch Querverweise auf das unterdrückende Staatssystem Chinas, die aber kaum mehr als gewollte Hintergründigkeit bleiben. Von allem ist etwas dabei, so dass Genrefans ordentlich bedient werden.

Wertung: (6 / 10)

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