Ramallah – Kill a Celebrity (2005, I Scream Records)

ramallah-kill-a-celebrity„Here I’m bleeding as I’m drinking and I’m thinking that I’m sinking to a brand new hell that is worse than the hell I knew before and all I want is more…” – ‘If I Die Today’

Dass RAMALLAH das Folgeprojekt von BLOOD FOR BLOOD ist, attestiert allein das Organ von Frontmann Rob „White Trash“ Lind. Und trotz der Treuebeschwörung des Hardcore tendiert die neue Band und deren Zweitwerk „Kill a Celebrity“ in eine dezent andere Richtung. Zwar kann die Scheibe passagenweise ihre Artverwandtschaft zum BLOOD FOR BLOOD-Vermächtnis „Serenity“ kaum verdecken, doch definieren sich RAMALLAH durch die Akzentuierung in der Tiefe. Ihre Musik verzichtet auf die Streetcore-Anteile und führt das Genre zurück zu seinen wahrheitsgetreuen Wurzeln. Auf „Kill a Celebrity“ wird keine Attitüde gepflegt, sondern auf hohem Niveau Härte an Melodie geknüpft.

Dass dabei weder Metal-Anteile in den Vordergrund rücken, noch der Weichspüler Einzug hält, verdankt das Quintett neben dem ausgefeilten Songwriting vor allem der kompromisslos eigenständigen Instrumentalisierung. Die Kredibilität bleibt erhalten, ein gewisser Anspruch auch. Dafür müssen sich RAMALLAH nicht in der Pflege brutaler Klischees suhlen, sondern können ihre Songs unbefangen und frei von Trendbarrieren begehen. Soziopolitische Statements sprudeln aus beinahe jeder Textzeile und ergießen sich in meist mehrstimmig rockige Refrains. Das Endresultat ist so ungewöhnlich wie empfehlenswert – und katapultiert RAMALLAH ins Oberhaus des modernen Hardcore.

Wertung: (7,5 / 10)

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