Race With the Devil (USA 1975)

racewiththedevilWer behauptet, in der amerikanischen Provinz trieben ausschließlich mordlüsterne Backwood-Psychos mit Appetit auf Menschenfleisch ihr Unwesen, bekommt mit dem 70’s-Reißer „Race with the Devil“ den Gegenbeweis auf die Mattscheibe geschmiert. Der in Deutschland auch unter dem Titel „Urlaub in der Hölle“ gehandelte Film verstrickt die Hollywood-Stars Peter Fonda („Easy Rider“) und Warren Oates („The Wild Bunch“) in einen Kleinkrieg mit Provinz-Satanisten. Der Plot klingt nach klassischem B-Futter, das Regisseur Jack Starrett („Ein Fall für Cleopatra Jones“) in einer spannungsorientierten Inszenierung aber mehr als Thriller denn Schock-intensiven Horror anlegt.

Die Freunde Roger (Fonda) und Frank (Oates) erkunden mit ihren Frauen Kelly (Lara Parker, „Dark Shadows“) und Alice (TV-Star Loretta Swift, „M*A*S*H“) im Wohnmobil das amerikanische Hinterland. Die Paare wollen eine unbeschwerte Zeit verleben, die Männer in der Abgeschiedenheit zudem zu waghalsigen Motocross-Touren durchs freie Gelände aufbrechen. Aber natürlich kommt es anders. Nachts werden sie Zeuge einer satanischen Menschenopferung und entkommen mit knapper Not, als sie von den Sektierern entdeckt werden. Die Polizei ist keine große Hilfe und schiebt die Sache zugedrogten Hippies zu. Aber Roger hat eine Probe des blutbesudelten Bodens am Tatort entnommen und gedenkt diese im Labor untersuchen zu lassen.

Dem Zuschauer dünkt schnell, dass die okkulte Bagage in der Region gut vernetzt ist. Eine unbemerkt im Wohnmobil platzierte Rune kündet von der Gesichtslosigkeit der Widersacher. Eine Warnung, denn der Feind könnte überall lauern. Diese Ungewissheit reichert Starrett nicht allein für die Protagonisten mit Momenten intensiver Paranoia an. Die Fortsetzung des Urlaubs ist somit vom Gefühl ständiger Beobachtung sowie dunklen Vorzeichen geprägt, die mehr und mehr zur echten Gefahr werden. Zum Selbstschutz kauft Frank eine Schrotflinte. Tatsächlich wirkte die Auslebung des amerikanischen Grundrechts der bewaffneten Selbstverteidigung selten nachvollziehbarer.

Aber es dauert bis zum Schluss, ehe die Satanisten zum offenen Angriff übergehen. Was folgt ist eine Treibjagd über die Landstraße, deren Verschleiß an Mensch und Material zarte Erinnerungen an „Mad Max 2“ weckt. Reibungsfrei fügt sich der plötzliche Action-Anteil nicht ins vorrangig zurückhaltende Stimmungsbild. Aber die schnörkellos ruppige Eskalation wirkt angesichts der steten Zuspitzung doch unabdingbar – und mündet in einem Moment scheinbarer Ruhe zudem in eine düstere Finalsequenz, die der vorangehenden Paranoia in allen Belangen recht gibt. Zwingend logisch ist das alles nicht. Aber „Race with the Devil“ ist packendes Genrekino und allen voran ein fast vergessener Schocker mit Starbesetzung.

Wertung: (7 / 10)

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