R.I.P.D. – Rest in Peace Department (USA 2013)

ripdDer Tod ist erst der Anfang. Aber von was eigentlich? Das wissen allein die Toten. Oder eben auch nicht, wenn das unvermeidliche Ableben tatsächlich das endgültige Ende sein sollte. Aber der Mensch braucht das religiöse ideal einer unsterblichen Seele, um der irdischen Existenz nachgelagerten Sinn zu verschaffen. Diese Vorstellung beflügelt zwischen Himmel und Hölle seit jeher kreative Werkschöpfer in Philosophie, Literatur und Film. Dafür steht auch Robert Schwentkes („R.E.D.“) Comic-Adaption „R.I.P.D. – Rest in Peace Department“, die das große Rätsel des Jenseits in einem bürokratischen Apparat auflöst, der die Verteilung von Seelen in die eine (Himmel) oder andere Richtung (Hölle) vornimmt.

Die Idee einer Verwaltung der Toten ist nicht neu (siehe „Der Himmel kann warten“), wird hier allerdings an eine Polizeiorganisation geknüpft, die abseits der Wahrnehmung der Lebenden Jagd auf solche bereits Verstorbenen macht, die sich nach dem Tod schlicht weigern, das irdische Sein aufzugeben. Diese „Deaders“ genannten Subjekte sondern negative Energie ab, die die Welt in großer Konzentration ins Chaos stürzen könnte. Da kommt das R.I.P.D. ins Spiel. Zu dem stößt auch der Bostoner Polizist Nick Walker (Ryan Reynolds, „Green Lantern“), nachdem er vom korrupten Partner Bobby (Kevin Bacon, „The Following“) während eines Einsatzes hinterrücks erschossen wurde.

Von Proctor (Mary-Louise Parker, „R.E.D.“), Befehlshaberin der Bostoner Division des R.I.P.D., wird er kurzerhand rekrutiert und dem knurrigen Cowboy Roy Pulsipher (Jeff Bridges, „True Grit“) als Partner zur Seite gestellt. Nach anfänglichen Querelen gilt es die individuellen Qualitäten zu bündeln, um eine Gruppe Deaders daran zu hindern, die Einbahnstraße ins Jenseits mit Hilfe eines Artefaktes in beide Richtungen durchlässig zu machen. Zu Nicks Überraschung ist auch sein alter Partner und Mörder in die Sache verstrickt. Doch persönliche Rachegelüste müssen zurückstehen, auch wenn Bobby die Nähe zu Nicks Witwe Julia (Stephanie Szostak, „Wir kaufen einen Zoo“) sucht.

Dass er ihr keine Warnung zukommen lassen kann, weil seine äußere Hülle im irdischen Außeneinsatz der Physis eines alten Chinesen (James Hong, „Safe – Todsicher“) entspricht, ist noch eine der besten Ideen des Films. Daneben allerdings regiert Buddy Movie-Einerlei in einer Fantasy-Parallelwelt nach „Men in Black“-Bauart. Das genügt für eine recht unterhaltsame Action-Komödie mit guten Effekten. Nur kann die risikofreie Blockbuster-Vorlage des Autorengespanns Phil Hay und Matt Manfredi („Kampf der Titanen“) die sattsam bekannten Elemente kaum über ein Niveau achselzuckend zur Kenntnis genommener Belanglosigkeit hinaushieven. Zwar laden insbesondere die Wortgefechte von Bridges und  Parker zum Schmunzeln ein, Tote erwecken lassen sich mit diesem arg konventionellen Genremix jedoch beileibe nicht.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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