Punishable Act – X (2018, CoreTex Records/Cargo Records)

Ein Vierteljahrhundert, zehn Veröffentlichungen. Das ist die Bilanz von PUNISHABLE ACT. EP und Best-of-Kompilation mit eingerechnet. Mit „X“ präsentiert die Berliner Hardcore-Instanz den insgesamt achten Langspieler. Wobei „lang“ den Kern der Platte eher unzureichend widerspiegelt. Das Dutzend Tracks drückt nämlich sympathisch wuchtig aufs Gaspedal und gibt sich obendrein dermaßen abwechslungsreich, dass es schier unmöglich erscheint, von dieser Energieleistung nicht erfasst zu werden.

Der selbstreflexive Auftakt fällt mit „Twenty Five“ noch routiniert aus. Es folgt: Cover Nummer eins, eine Hardcore-Version von „Boom! Shake the Room“, bei dem Will Smith neben DJ Jazzy Jeff in den frühen Neunzigern noch als The Fresh Prince in Erscheinung trat. Derlei Experimente können bitter in die Hose gehen. Hier jedoch stimmt die Kurzweil. In dieselbe Kerbe schlägt auch die später eingeschobene Neuauflage des HOUSE OF PAIN-Klassikers „Jump Around“.

Kleinere Makel walzt „X“ mit furiosem, häufig Metal-influenziertem Vorwärtsdrang einfach platt. Bereits „Cross the Styles“, das mit Scratches und Stilpotpourri den alten BIOHAZARD-Crossover-Geist bemüht, wirkt als Aufforderung zum Pit-Knochenscheppern herrlich unverkrampft. Noch besser: das von punktierten Gangshouts veredelte „I Like My Enemes“, „Independence“, der rüde 40-Sekünder „Vegan Youth Warfare“ oder der hymnische Rausschmeißer „Wall City HC“. Familiär wird es mit dem teilweise auf Deutsch geplärrten „My Therapy“, während sich das ebenfalls in der Heimatsprache verfasste „Unsere Werte“ klar gegen Rechtsruck und Ausgrenzung erhebt.

Machen wir es abschließend kurz: Mit ihrem Jubiläums-Output zeigen sich PUNISHABLE ACT auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Auf dem Niveau können sie gern ein weiteres Vierteljahrhundert nachlegen.

Wertung: (8 / 10)

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