Pulley – No Change in the Weather (2016, Cyber Tracks)

pulley-no-change-in-the-weatherDas Revival des Melo-Core geht in die nächste Runde. Eingeläutet wird sie von PULLEY, der Band um Ur-TEN FOOT POLE-Frontmann und Ex-Baseball-Profi Scott Radinsky. Auch die feierte ihre größten Erfolge um die Jahrtausendwende. Aber das bedeutet mitnichten, die Jungs könnten nicht auch heute noch die Fahne des klassischen US-Punk-Sounds in die Höhe recken. „No Change in the Weather“, ihr insgesamt sechstes Album, ist die erste Full-Length-Veröffentlichung seit dem 2004er-Album „Matters“. An das, mehr noch die eigene Referenzscheibe „@#!*“, wird in Sachen Druck und Überzeugungskraft nahtlos angeknüpft.

Dass dabei naturgemäß keine Maßstäbe gesetzt werden, mag kaum überraschen. Doch wirkt es geradewegs beruhigend, dass der Punk durch Konstanten wie PULLEY seinen Charakter bewahrt. Überhaupt scheint es Vorrangig darum zu gehen, die traditionelle 90’s-Kante zu pflegen und der angestammten Klientel eine Zeitreise mit nostalgischer Wohlfühlatmosphäre zu bescheren. Das klappt, ausgehend vom stilsicher nach vorn gehenden „No „I“ in Team“, durchweg ansprechend. Radinsky ist gewohnt gut bei Stimme, was den Refrains willkommenen melodischen Zuwachs beschert. Das Tempo ist wiederum nicht auf Vollgas ausgerichtet und bringt doch den erforderlichen Zug mit, um die 10 Stücke in wohliger Kurzweil vorüberfliegen zu lassen.

An Nachhall mangelt es nicht, wenn „Different“, „Sometimes“, das nach hinten raus entfesselt rockende „Farewell“, „The Other Side of Silence“ oder „Syndrome“ nach den ersten Durchläufen den Wunsch nach Wiederholung nähren. Mit dem abschließenden „Black Box“ wird darüber hinaus NO USE FOR A NAME und insbesondere deren verstorbenem Frontmann Tony Sly gedacht. Auch das zeigt, wie sehr der Geist jenes klassischen Sounds auf „No Change in the Weather“ zelebriert wird. Dazu passt, dass die Platte über Cyber Tracks, das Label von El Hefe (NOFX), veröffentlicht wird. Eher ein Geschenk an die alten Fans und doch eine Comeback-Platte, die mit Schmackes und Herzblut zeigt, wie zeitloser Punk-Rock klingen muss.

Wertung: (7 / 10)

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