Prom Night (USA 2008)

prom-night-2008War das Remake von „Prom Night“ wirklich nötig, einem seinerzeit zwar einträglichen, innerhalb des Genres jedoch relativ bedeutungslosen Slasherfilm? Wohl kaum, aber in Hollywood war mangelnde Qualität in Erwartung schnell umgesetzter Dollars noch nie ein Hindernis. Und so rollen Autor J.S. Cardone („Der Pakt – The Covenant“) und TV-Regisseur Nelson McCormick (u.a. „Prison Break“) die Geschichte eines mörderischen Schulabschlussballs unter veränderten Vorzeichen neu auf.

Auf Augenhöhe ist die Neufassung in Sachen Belanglosigkeit. War es 1980 die Rache eines Bruders für den Tod der Schwester, ist es in der Gegenwart des Kinojahres 2008 ein psychopathischer Pädagoge. Der, namentlich Fenton (Johnathon Schaech, „Quarantäne“), hat zwei Jahre zuvor die Familie von Schülerin Donna (Brittany Snow, „Rache ist sexy“) ausgelöscht. Aus Liebe, wie er später angab. Pünktlich zu ihren Abschlussfeierlichkeiten bricht er aus der Klapsmühle aus und meuchelt sich durch den Freundeskreis der manisch Angebeteten.

Die Frage des „Whodunnit“, die nach der Identität des Täters, stellt sich nicht. Bereits im zurückschauenden Prolog wird Fenton als Mörder eingeführt, was der Spannung für das folgende Messerwetzen automatisch den Stecker zieht. Streng nach Musterbauplan gefertigt und so banal wie unoriginell betrauern die Schulabsolventen die verlorene Jugend, während der ehemalige Pauker seine Klinge in verschiedenen Körpern versenkt. Doch selbst dieser eigentlich routinierte Reizpunkt etwaiger Killer-Thriller gerät McCormick so blutleer, dass die US-Unrated Version bei uns mit einer Freigabe ab 16 durchkommt.

Darstellerisch gab es im Filmsegment des Teenie-Horrors sicher schon ärgeres zu bewältigen, die Holzschnittartigkeit der Figuren aber erstickt jegliches Absetzen vom Gros der ewig gleich gestrickten Schlitzer-Orgien bereits im Keim. Immerhin wartet die Inszenierung mit ein paar gelungenen Einstellungen und Kamerafahrten auf. Vor dem Scheitern bewahrt dies partielle Geschick das müde Abzählen diverser Standardformeln jedoch nicht. So bleibt schlussendlich nur ein gängiges Nichts, in das nicht einmal Mühe für eigene Impulse investiert wurde. Da kann man es auch gleich bleiben lassen.

Wertung: (3 / 10)

 

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