Prince of the Sun (HK 1990)

princeofthesunLassen wir die Herzen der Trash-Fans höher schlagen. Es geht nach Hong Kong. (Oho!) Es geht in den ewigen Kampf Gut gegen Böse. (Hört, hört!) Es geht um das dynamische Duo Cynthia Rothrock und Conan Lee, das teuflischen Mächten saures gibt und ganz nebenbei einen zauberkundigen Goldjungen zu beschützen hat. (Na also!) Und weil die Regisseure Wellson Ching („Tsui Hark´s Vampire Hunters“) und Hwa I-Hung („Kung Fu Zombie“) heißen, kann sich der geneigte Zuschauer neben fliegenden Fäusten auf eine gehörige Portion kruden Humors gefasst machen.

Hollywood stand Pate, als „Auf der Suche nach dem goldenen Kind“ in „Prince of the Sun“ umfunktioniert wurde. Darin prophezeit ein tibetanischer Glaubensführer seine Wiedergeburt im Körper eines Kindes, das sich bald als vorlauter Drecksack entpuppt. Finstre Mächte trachten ihm nach dem Leben, was Ordensschwester Cynthia Rothrock („China O´Brien“) zu verhindern weiß. Als toughe Kuttenträgerin tritt sie gleich reihenweise Kiefer krumm und verlässt sich mehr auf die Kraft ihres Körpers als die Wirkung beschwichtigender Worte. Da sag noch einer, der Buddhismus sei eine friedfertige Religion!

Jackie Chan-Imitator und Dumpfbacken-Sidekick Conan Lee („Tiger on the Beat“) stößt als debiler Kleingauner, im Deutschen erhält er den Namen Ben Zin (!), auch noch hinzu und verstrickt sich in Streitgespräche mit dem nervigen Zauberknaben, lässt sich beschimpfen oder prügelt sich mit Gefährtin Sheila Chan („Born to Fight 4“) aus dem Fenster. Die Synchronisation – egal ob englischer oder deutscher Herkunft – ist ein schier unerschöpfliches Füllhorn albernster Dialoge, bei dem garantiert kein Auge trocken bleibt.

Natürlich sollte sich der Zuschauer sowohl mit asiatischem Nonsens als auch Lachfalten hervorrufenden Tricks anfreunden können. Davon gibt es reichlich, wenn hier und da oll ins Bild kopierte Energieblitze geschleudert werden oder die Rothrock während eines schwungvollen Angriffsschwalls statt des zu schützenden Kindes deutlich sichtbar eine Puppe auf dem Rücken mit sich führt. Sehenswert ist auch der Schurke, ein fliegendes Scheusal mit Maske der „YPS mit Gymmick“-Güteklasse. So herrlich blöd kann Kino sein – prachtvoller Trash für Anfänger und Fortgeschrittene.

Wertung: 5 out of 10 stars (5 / 10)

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