Pridebowl – Picking Up the Pieces: Pridebowl Live at The Mill (2025, People of Punk Rock Records)

Für Aaron Goulding bleibt PRIDEBOWL eine Herzensangelegenheit. Wie sehr das gerade für die erfolgreiche erste Phase der schwedisch-amerikanischen Combo gilt, verdeutlicht das Live-Album „Picking Up the Pieces“, das 2024 im Rahmen des „Red Bridge Fest“ in Quebec aufgenommen wurde. In Kanada erreichte die Band Ende des letzten Jahrtausends ihren weltweit wohl stärksten Popularitätsschub. Es scheint daher passend, dass das Konzert anlässlich der (erneuten) Reunion in rein amerikanischer Besetzung dort stattfand.
Geboten werden in der Hauptsache Songs aus der Bad-Taste-Records-Ära. Wobei fairerweise angemerkt werden muss, dass die zum Zeitpunkt der Wiederbelebung einzige andere Veröffentlichung die „Tired“-EP von 2003 markierte. Allerdings wird diese auf „Picking Up the Pieces“ komplett ignoriert, was angesichts der Fülle an alten Hits – und der Erwartungshaltung des Publikums – auch nicht weiter verwundern darf. Dafür setzt es, zumindest aus der Warte juveniler Punk-Kids in den mittleren bis späten 1990ern, zum Mitschmettern einladende Kracher wie „Impropriety“, „Nine Digits“, „In the End“, „Cement Sidewalk“, „Yesterday’s End“, „Memories of You“, „Setbacks“, „The Soft Song“, „Dollar Sign Cries“ und „Drippings of the Past“.
Mit „Hostage“ gibt es auch einen seinerzeit neuen Track auf die Ohren, der als Einstimmung auf den 2025 veröffentlichten dritten Langspieler „Convergence“ dient. Und das DESCENDENTS-Cover „Hope“ darf natürlich auch nicht fehlen. Vorrangig abgefeiert werden vom Publikum aber die Evergreens aus dem PRIDEBOWL-Fundus. Dass das im Nachgang auch leicht zu Hause nachgeholt werden kann, wird durch den erstklassigen Live-Sound begünstigt; Mix und Mastering übernahm Scott Sellers (RUFIO). Für die Band und ihre Fans ist „Picking up the Pieces“ damit eine schöne Zeitreise, die ihre Fortsetzung in der Gegenwart findet. Und das hoffentlich auch auf weiteren Bühnen!
Wertung:
(7,5 / 10)
