Premonition – Die Vorahnung (USA 2007)

die-vorahnungDer deutsche Regisseur Mennan Yapo („Lautlos“) ist dem Ruf nach Hollywood gefolgt – wie so manch vielversprechendes Talent vor ihm. Das Problem ist nur, dass die amerikanische Filmindustrie wenig Interesse zeigt, den beruflichen Umsteigern die Freiheit des eigenen Stils zu gewähren. Anders ist lieblose Standardkost wie Mathieu Kassovitz‘ Schauermär „Gothika“ kaum zu erklären. Auch Yapo verschlägt es bei seinem US-Debüt in mysteriöse Gefilde, was das voll auf Hauptdarstellerin Sandra Bullock („L.A. Crash“) zugeschnittene Grusel-Drama „Premonition – Die Vorahnung“ aber kaum weniger belanglos gestaltet.

Die Bullock spielt Hausfrau und Mutter Linda Hanson. Ehemann Jim („Nip/Tuck“-Star Julian McMahon) verdient die Brötchen, während sie die zwei bezaubernden Töchter hütet. Doch eines Tages gerät ihr Leben völlig aus der Bahn. Ein Polizist klingelt an der Tür und setzt sie von Jims Tod in Kenntnis. Den Tag übersteht sie der Verzweiflung nahe, nur um den Verstorbenen am nächsten Morgen quicklebendig am Küchentisch vorzufinden. War die Todesnachricht nur ein böser Traum, gar Einbildung oder vielleicht eine Vision? Während sich unheimliche Geschehnisse häufen, erhält das Bild des Göttergatten allmählich Risse.

Der unnötig verschachtelte Plot errichtet in der ersten Hälfte trotz recht plumpen Versuchen des Spannungsaufbaus eine konstante Atmosphäre. Dank der souveränen Leistung von Sandra Bullock fällt nicht weiter ins Gegengewicht, dass die Dramaturgie nur konventionellen Mustern folgt. Als das Drehbuch aber allmählich in Erklärungsnotstand gerät, entpuppen sich vorangehend beunruhigende Begebenheiten – beispielsweise die tote Krähe im Garten, die Schnittwunden am Körper einer von Lindas Töchtern – als rational erklärbare Zufälligkeiten. Fortan kippt der solide, ruhig erzählte Film und stürzt seine Hauptfigur in einen Gewissenskonflikt, der mit einem Wort als bieder als zu bezeichnen ist.

Unfreiwillig vollzieht Linda Zeitsprünge, bei denen sie die Woche um Jims Ableben im willkürlichen Tageswechsel erlebt. Dies aber ermöglicht ihr neben der stückweisen Rekonstruktion der Ereignisse die Suche nach einer Möglichkeit der Schicksalsänderung. Als sie jedoch feststellt, dass Jim den ehelichen Treueschwur nicht ganz so ernst nahm, überkommen sie Zweifel. Natürlich hätte „Premonition“ aus der Masse hundsgewöhnlicher Mystery-Thriller herausragen können. Doch es fehlt den Machern an Mut, den Strich gegen die Konvention zu vollführen. So mündet der ansehnlich gespielte Film in ein plattes Finale, das sich über seine verkitschte Moral nachhaltig mit Schmalz bedeckt. Einen solchen Film hätte Mennan Yapo auch daheim drehen können.

Wertung: (4 / 10)

scroll to top