Possession – Die Angst stirbt nie (USA 2009)

possession-2009„Anyone can change.“ – Roman, oder doch Ryan?

Nach dem Aus von „Buffy“ wurde es ruhig um Sarah Michelle Gellar. Mit der übersinnlichen Romanze „Possession“ versucht sie sich wieder in Erinnerung zu rufen. Allerdings stehen die Vorzeichen der mysteriösen Beziehung unter einem ähnlich schlechten Stern wie die der Produktion selbst. Fertig gestellt wurde der Film bereits 2007, der Kinostart sollte im Frühjahr 2008 erfolgen. Der Bankrott des Vertreibers sorgte jedoch für anhaltende Startverschiebungen – und mündete Anfang 2010 in eine direkte DVD-Auswertung.

Die Gellar spielt, verletzlich und schmallippig wie eh und je, die junge Anwältin Jess. Deren Ehemann Ryan (Michael Landes, „Lakeview Terrace“) ist ein sensibler und liebevoller Künstler. Ganz im Gegensatz zu seinem Bruder Roman (Lee Pace, „Pushing Daisies“), einem aufbrausenden und vorbestraften Kriminellen. Nach einem tragischen Autounfall fallen beide ins Koma. Jess ist verzweifelt. Doch plötzlich erwacht Roman aus der Bewusstlosigkeit und hält sich für Ryan. Selbst intime Momente, die einzig den Eheleuten bewusst sein können, weiß er zu rekapitulieren.

Nach anfänglichem Zögern lässt sich Jess auf den veränderten Gatten ein. Erklärbar, geschweige denn plausibel bleibt das wundersame Erwachen nicht. Nach kurzer Zeit erwarten die beiden gar ein Kind. Die Zweifel kommen zögerlich und beschleichen das verloren geglaubte Glück wie ein dunkler Schatten. Bis es aber soweit kommt zeichnet das Regie-Duo Joel Bergvall und Simon Sandquist, die mit dem schwedischen Mystery-Drama „Invisible – Gefangen im Jenseits“ ihr Ticket nach Hollywood lösten, allzu seichtes und auch recht flaches Gefühlstohuwabohu.

Dass Bergvall und Sandquist für das schale Remake des südkoreanischen Dramas „Addiction“ verpflichtet wurden, entspricht einem Trend in Tinseltown, dem auch vielversprechende ausländische Talente wie die Gebrüder Pang („The Messengers“) oder Christian Alvart („Case 39“) anheimfielen. Statt ihnen Projekte zu übertragen, die ihren individuellen Qualitäten entsprechen, werden sie über flache Dutzendware an ein filmwirtschaftliches System vergeudet, dass kreative Freiheit zugunsten weichgespülter Konventionen mehrheitlich beschneidet. Von dieser Entwicklung kündet auch „Possession“, dem es nicht erst in der einfallslosen Zuspitzung an Spannung und Timing mangelt. Kurzum: Ein nicht wirklich schlechter, aber doch arg belangloser Streifen.

Wertung: (4 / 10)

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