Poostew vs. Japanische Kampfhörspiele – Heirat aus Hass / Scheidung aus Spaß (2006, Silent Stagnation Records)

poostew-japanische-kampfhoerspiele-heirat-aus-hass-scheidung-aus-spassBereits der Titel „Heirat aus Hass / Scheidung aus Spaß“ macht unweigerlich klar, dass hier nicht irgendwelche Allerweltcombos zum kollektiven Knochenpogo bitten. Und tatsächlich vereint die Split aus dem Hause Silent Stagnation Records Deutschlands Elite in den Belangen des Grindcore, namentlich POOSTEW und JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE. Erstere geben vier Songs zum Besten, letztere dergleichen gar acht. Die Spielzeit des dreckigen Dutzend Tracks beträgt knapp elf Minuten – noch Fragen? Was folgt ist ein verschwindend kurzer Clash der Superlative, die muntere Vermengung von Grind, Thrash, Hardcore und Death-Metal.

Die Scheibe hat kaum begonnen, da ist sie auch schon wieder vorbei. Zwischen der Ruhe vor und der nach dem Sturm steht der große Knall. POOSTEW häckseln sich durch eine sechsminütige, technisch einwandfreie, mal gegrunzte, meist geschriene Stilkarambolage. Der Double-Bass schiebt Extraschichten, das Chaos regiert. Mit ihrer eigentümlichen, von hervorragenden deutschen Texten getragenen Mixtur aus Grind und Punk begeistern JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE auch diesmal. Neu sind die zunehmend fies gespienen Death-Metal-Anleihen, die das Gesamtkunstwerk JAKA weiter formen. Natürlich ist „Heirat aus Hass / Scheidung aus Spaß“ nur eingefleischten Jüngern des Grindcore anzuraten, doch macht diese Scheibe allein aufgrund der völligen Aussparung kommerzieller Elemente Spaß. Und nicht zuletzt darauf kommt es auch auf der abgründigen Seite der Musik an.

Wertung: (7 / 10)

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