Plane Dead (USA 2007)

plane-deadZombiefilme und kein Ende in Sicht. Die Billigproduktionen des Genres lehnen sich mit Vorliebe an namhafte Projekte an, was im Falle von „Plane Dead“ kurzweiliges Vergnügen verspricht. „Snakes on a Plane“ stand zweifelsfrei Pate für Scott Thomas’ („Latin Dragon“) wenig originellen, dafür ansprechend umgesetzten Splatterstreifen, der statt bissiger Schlangen hungrige Untote auf die Charakterschablonen einer Flugzeugcrew und ihrer Passagiere entlässt. Bedauerlicherweise begeht Regisseur und Co-Autor Thomas den gleichen Fehler wie das offenkundige Vorbild, verplempert doch auch er zu viel Zeit an die Einführung der klischeeunterfütterten Protagonisten.

Da ist der alternde Pilot (Raymond Barry, „Training Day“), für den dieser letzte Flug gleichsam den Eintritt ins Rentnerdasein bedeuten soll. Das Bordpersonal besteht hauptsächlich aus willigen Stewardessen, präsentiert mit der aufrechten Megan (Kristen Kerr, „Inland Empire“) aber auch eine heiße Anwärterin auf die überlebensfähige Frauenfigur. Neben streit- wie sexwilligen Pärchen und einem Golfprofi nebst genervter Gemahlin ist da noch Flugsicherer Paul (Richard Tyson, „Battlefield Earth“) sowie Bundespolizist Burrows (David Chisum, „Dark Mirror“) nebst Sträfling Frank (Kevin J. O’Connor, „Die Mumie“). Nicht zu vergessen der durchtriebene Wissenschaftler Bennett (Erick Avari, „Daredevil“), der ein tödliches Virus samt infizierter Probandin im Frachtraum zu überführen gedenkt.

Wie er den ominösen Gefahrenherd als landesweit gesuchter Straftäter, ganz zu Schweigen den schwer bewaffneten Wachmann, überhaupt unbehelligt an Bord bringen konnte, bleibt sein Geheimnis. Aber es geht bei „Plane Dead“ schließlich nicht um Logik, sondern um den vergnüglichen Irrsinn. Doch gerade der lässt spürbar auf sich warten, was umso schwerer wiegt, da die meisten der (relativ) ausführlich vorgestellten Figuren ohnehin bald aus der Handlung getilgt werden. Zwar befindet sich das Flugzeug schon zu Beginn in der stürmischen Luft, doch wenn das durch äußere Turbulenzen begünstigte Unglück bereits nach 15 Minuten Anlauf nimmt, verstreicht noch einmal eine fade halbe Stunde, ehe das Tempo endgültig angezogen wird.

Die deutsche Fassung ist ihres Gore-Gehalts rigoros beraubt worden, was den Spaß an der Sache merklich verhagelt. Dem geneigten Genrefan entgehen dabei billige CGI-Effekte, eine Menge Pixelblut und nicht übermäßig harte, dafür standesgemäß saftige Gewalteinlagen. Mit glühenden Pupillen und bohrendem Appetit fallen die Wiedergänger über ihre Opfer her, während sich die Überlebenden per großzügig in der Kabine verschossene Pistolenkugeln an die Beseitigung der Zombieschar machen. Damit wird grundsolidem B-Horror genüge getan, der sich selbst nicht sonderlich ernst nimmt, die Ironie aber kaum in optimalem Maße auszuspielen versteht. Da hätte mehr draus werden können.

Wertung: (5 / 10)

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