Percy Jackson – Diebe im Olymp (USA/CAN 2010)

percy-jackson-diebe-im-olympHarry Potter und seine Nachkommen. Irgendwie stößt man im Zusammenhang mit dem ersten Leinwandabenteuer von Percy Jackson – basierend auf der fünfteiligen Buchreihe von Rick Riordan – zwangsläufig und sehr schnell auf den (ehemals) kleinen Aushilfszauberer von J.K. Rowling. Denn ohne den weltweiten Erfolg der Marke „Harry Potter“ wäre es vielleicht nie zu „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ gekommen. Zum anderen war Regisseur Chris Columbus für die ersten beiden Kinoabenteuer von „Harry Potter“ verantwortlich und wenn man einen familienfreundlichen Film in Hollywood drehen möchte, ist Columbus nach Filmen wie „Kevin – Allein zu Haus“ oder „Mrs. Doubtfire“ sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Für eine Wachablösung mit Zauberlehrling Potter reicht es aber trotzdem nicht.

Die „Percy Jackson“-Bücher gehen auf die griechische Mythologie zurück. Zumindest bedient man sich großzügig bei deren Göttern und Geschichten, die bekanntlich genug Material für eine Daily Soap bieten würden. Hintergrund hier sind die Streitereien zwischen den Götterbrüdern Zeus (Sean Bean), Poseidon (Kevin McKidd) und Hades (Steve Coogan). Denn nachdem der Herrscherblitz von Zeus entwendet wurde, brennt die Luft im Olymp. Der Göttervater verdächtigt Poseidons Sohn Percy (Logan Lerman) des dreisten Raubs, der aber nicht mal weiß, wer sein Vater überhaupt ist. Ehe sich Percy versieht, wird er samt seinem Freund Grover (Brandon T. Jackson) von einem Minotaurus attackiert und Grover, vor wenigen Augenblicken noch an einen Rollstuhl gefesselt, entpuppt sich nun als Mischung aus Mensch und Esel. Kurze Zeit später findet sich Percy im „Camp Half-Blood” wider, wo ihm seine wirkliche Herkunft offenbart wird. Um den sich anbahnenden Götterkrieg zu vereiteln, muss Percy nun den wahren Dieb des Herrscherblitzes ausfindig machen. Da sein Buddy Grover noch um seine Beschützerhörner buhlt und auch die Athene-Tochter Annabeth (Alexandra Daddario) keiner Gefahr aus dem Weg geht, begeben sich diese nun auf eine abenteuerliche Suche.

Mit griechischer Mythologie hat „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ weniger zu tun, als der erste Blick vermuten lässt. Vor allem sollte man das im Film gesehene nicht unbedingt in der nächsten Geschichtsstunde verwenden. Als Hintergrund für actionreiche Kinder-/Jugendunterhaltung reicht das aber allemal. Dafür hatten die Macher ein stattliches Budget zur Verfügung, welches man den knapp zwei Stunden Spielzeit durchaus ansieht und all den Göttern, Halbgöttern, Fabelwesen und Menschen keinerlei Ruhe gegönnt wird. Chris Columbus hetzt sein Helden-Trio von Abenteuer zu Abenteuer, in denen sie unter anderem gegen Medusa (Uma Thurman) oder eine Hydra bestehen müssen und zu guter letzt dem bösen Hades – hier in kerniger Rockerkluft – gegenüberstehen. Das Endprodukt ist dann auch so kunterbunt überdreht, wie es sich anhört und von A bis Z auf die Zielgruppe abgestimmt. Statt Spiegel wird ein ipod im Kampf gegen die Medusa umfunktioniert, Satyr Grover tanzt cool zu aktuellen Pop-Hits und auch eine kleine Liebesgeschichte darf natürlich nicht fehlen. Damit die Zielgruppe aber nicht überfordert wird, strich man die Geschichte auf ein Minimum zusammen und verzichtete gänzlich auf logische Zusammenhänge. Es zählen hier einzig und allein die Schauwerte. Wobei den Darstellern durch die Bank der Spaß an der Sache anzusehen ist.

Auf dieser Ebene unterhält „Percy Jackson – Diebe im Olymp“ durchaus. Dafür ist Chris Columbus aber auch zu sehr Routinier als das ihm solch ein Film entgleiten würde. Vor allem spart er eben an ruhigen Zwischensequenzen. Fast nahtlos hetzt er seine Darsteller von einem Ort zum nächsten, wo diese immer neuen Gegnern gegenüberstehen. Komplettiert wird das Trio übrigens von durchaus namhaften Nebendarstellern, solchen wie Uma Thurman („Kill Bill“), Sean Bean („Herr der Ringe“), Kevin McKidd („Rom“), Pierce Brosnan („Mamma Mia“), Rosario Dawson („Sin City”), Catherine Keener („Into the Wild”) oder Joe Pantoliano („Matrix”). Trotz allem bleibt ein fader Beigeschmack. So unterhaltsam und kurzweilig der Film mitunter auch ist, nüchtern betrachtet ist das alles doch heiße Luft. Denn der Inhalt ist gleich null, die Charaktere oberflächlich, richtige Spannung kommt ebenfalls nicht auf und über Zusammenhänge und Logik braucht man sich gar nicht auszulassen. Was man dem Film aber einfach zugute halten muss, er langweilt nicht. Im Gegenteil, er unterhält trotzdem mehr als dass all die Punkte derart negativ ins Gewicht fallen. Ob das für weitere Filme und nachhaltigen Erfolg reicht, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Bis hierhin geht das aber vollkommen okay.

Wertung: (6 / 10)

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