Per Anhalter durch die Galaxis (GB/USA 2005)

per-anhalter-durch-die-galaxis„Hey baby, what say we trip the light fantastic? Just you and me.”

Warum beherrschen Mäuse den Planeten Erde? Wieso ist die Antwort auf die Frage aller Fragen 42? Und aus welchem Grund empfiehlt es sich, bei Reisen durch den Weltraum immer ein Handtuch dabei zu haben? Eine Kinoadaption von Douglas Adams’ groteskem Kultroman „Per Anhalter durch die Galaxis“ schien nur eine Frage der Zeit. Bereits 1981 diente Adams Buchzyklus als Basis für eine TV-Serie – bis heute mit durchwachsenem Ansehen in Fankreisen.

Bei der Verfilmung wollte man alles richtig machen, überließ dem kreativen Urheber sogar die Umformung seines Werkes zum Drehbuch. Im Mai 2001 starb Douglas Adams im Alter von 49 Jahren an einer Herzattacke. Vier Jahre später kommt „Per Anhalter durch die Galaxis“ ins Kino. Ob Adams mit der visuellen Umsetzung seiner Vision zufrieden gewesen wäre, bleibt reine Spekulation. Anhänger der Vorlage werden dem Film wahrscheinlich wenig abgewinnen können – weshalb die folgenden Eindrücke der Sicht eines des Buches Unkundigen entstammen.

Arthur Dent (Martin Freeman, „The Office“) ist Durchschnittsbrite. Als sein Haus eines Morgens abgerissen werden soll, bricht Arthurs Welt zusammen. Weniger wegen des anrückenden irdischen Bautrupps, sondern aufgrund eines interstellaren Vogonischen Aufkommens. Denn der Planet Erde steht einer Hyperraum-Umgehungsstraße im Wege und muss beseitigt werden. Als glückliche Fügung erweist sich da, dass Arthurs Freund Ford Prefect (Mos Def, „The Woodsman“) ein Außerirdischer ist. Daumen raus und schon beginnt ein Trip durch die weiten des Weltalls. Per Anhalter versteht sich.

Nach einer Kette abenteuerlicher Ereignisse landen die Tramper an Bord des gestohlenen Raumschiffs „Herz aus Gold“. Auf diesem zelebriert der zweiköpfige Galaxienpräsident Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell, „Confessions of a Dangerous Mind“) seine eigene Entführung. Neben dem depressiven Roboter Marvin (Warwick Davis, „Willow“) ist auch Trillian (Zooey Deschanel, „Almost Famous“), Arthurs irdischer Schwarm – mit an Bord. Gemeinsam macht sich das Gespann auf die Suche nach der Fragen aller Fragen. Dicht gefolgt von Vogonen und Vizepräsidentin Questular Rontok (Anna Chancellor, „Pride and Prejudice“).

„Per Anhalter durch die Galaxis“ ist stets amüsant, dabei jedoch selten wirklich witzig. Die famosen Darsteller verleihen der Handlung Kontur – und machen die trickreiche Science-Fiction-Komödie zu einer fantastischen Reise ohne Verschnaufpause. Charakterdarsteller wie Alan Rickman („Sinn und Sinnlichkeit“), Stephen Fry („Gosford Park“), Helen Mirren („Calendar Girls“) und John Malkovich („Being John Malkovich“) leihen den skurrilen Figuren ihre Stimmen. Im Falle des letztgenannten auch Teile des Körpers. Als schrulliger Planetenkonstrukteur Slartibartfast brilliert Bill Nighy („Shaun of the Dead“).

Ein Meisterwerk ist „Per Anhalter durch die Galaxis“ nicht. Das Spielfilmdebüt von Videoclipregisseur Garth Jennings erscheint wie die stark komprimierte Version einer weit komplexeren Geschichte. Der Film lebt von der Fülle exzentrischer Einfälle, wirkt dabei jedoch in sich wenig geschlossen. Dessen ungeachtet unterhält die episodische Verkettung situationskomischer Elemente bestens. Science-Fiction-Fans dürften dabei ebenso auf ihre Kosten kommen wie Freunde des absurden britischen Humors. Puristen der Vorlage wird die Umsetzung wahrscheinlich nicht milde stimmen können. Ob sie das muss, steht auf einem anderen Blatt.

Wertung: (6,5 / 10)

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