Paycheck – Die Abrechnung (USA 2003)

paycheckDer gewiefte Technik-Experte Michael Jennings (Ben Affleck) nimmt nur die großen Aufträge an, bei denen es häufig streng geheim zugeht. Um danach für die Beteiligten keine Gefahr darzustellen, werden seine Erinnerungen an die Arbeiten aus seinem Kopf gelöscht. Die Entlohnung dafür ist erwartungsgemäß hoch. Für seinen alten Schulkameraden James Rethrick (Aaron Eckhart), Chef eines weltweiten Konzerns, soll Michael erstmals in seinem Leben für drei Jahre an einem Projekt arbeiten. Auch hier sollen alle Erlebnisse dieser Zeit im Anschluss gelöscht werden.

Der Angst vor Risiken und gesundheitlichen Schäden steht ein Angebot in Höhe von 100 Millionen Dollar gegenüber. Drei Jahre später hat Michael seine Arbeit erledigt und sein Leben wieder, doch wie vereinbart keinerlei Erinnerungen an den letzten Auftrag. Als er bei seiner Bank den verdienten Lohn einstreichen möchte, händigt ihm die Angestellte jedoch lediglich einen großen Umschlag mit 20 gewöhnlichen Alltagsgegenständen aus. Ehe er sich versieht, sind FBI und diverse Killer hinter ihm her. Mit Hilfe der Wissenschaftlerin Rachel (Uma Thurman), die für ihn in den letzten Jahren mehr als nur eine Kollegin war, kommt er allmählich hinter die eigentlichen Pläne von Rethrick und bemerkt fast zu spät, was er für diesen entwickelt hat.

Dass auch ein Meister seines Fachs im Zuge der Umsiedelung von Hong Kong nach Hollywood Federn lassen kann, beweist seit geraumer Zeit John Woo. Mit Werken wie „A Better Tomorrow“, „The Killer“ oder „Hard Boiled“ schrieb er Action-Geschichte, inspirierte große Teile des heutigen westlichen Shootout-Kinos und sorgte unter anderem dafür, dass der asiatische Film einer größeren internationalen Masse bekannt wurde. Der Karriereknick setzte jedoch bereits mit seiner ersten US-Arbeit, dem Reißer „Harte Ziele“ ein. Doch muss man sagen, dass diese Krawall-Orgie noch der unterhaltsamste Woo der letzten Dekade ist. Es folgten zwar noch annehmbare Filme wie „Im Körper des Feindes“, doch der Glanz vergangener Tage verblasste mehr und mehr.

Nachdem man denken durfte, dass es mit dem unsäglichen „Windtalkers“ nicht hätte schlimmer kommen können, werden Woo-Fans mit „Paycheck“ endgültig verschreckt. Im mauen Science-Fiction-Thriller, entsprungen aus der Feder von Philip K. Dick („Blade Runner“, „Minority Report“), taumelt ein völlig neben sich stehender Ben Affleck von Szene zu Szene und reißt auch die sonsten gute Uma Thurman mit in den Schlamassel. Duftmarken kann jedoch auch keiner der zweiten Garde setzen, allen voran Aaron Eckhart („The Core“) nicht, der es seinen beiden Kollegen einfach gleich tut und die Arbeit vor der Kamera schier verweigert. Nicht besser verhält es sich mit Paul Giamatti („Planet der Affen“), Colm Feore („Face/Off“), Joe Morton („Terminator 2“) oder Michael C. Hall („Six Feet Under“).

Die an sich gar nicht schlechte Grundidee zwischen Dystopie und Weltuntergang weicht leider einer allzu biederen und gänzlich spannungsfreien Inszenierung, bei der Affleck seinen Häschern mittels seltsamen Tüteninhalts entkommt. Erst gegen Ende bemüht sich Woo, die Zukunftsvision etwas in den Vordergrund zu stellen, jedoch verpufft diese dann in einigen wenigen Action-Einlagen. Ungewöhnlich ist dabei der für Woo-Verhältnisse recht dürftige und eher solide inszenierte Action-Anteil. So ist „Paycheck“ eine unterdurchschnittliche Großproduktion geworden, die zwar keine Längen aufweist, aber schlichtweg überflüssig erscheint. Und für alle diejenigen, die noch Glauben an den ehemaligen Meister Woo haben: Wartet auf die obligatorische Taube – peinlicher geht es kaum.

Wertung: (4 / 10)

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