Parker (USA 2013)

parkerIn schierer Omnipräsenz dominiert Jason Statham („Crank“) das Action-Kino. Damit hat sich der Brite noch vor Vin Diesel und Dwayne Johnson als einzig legitimer Nachfolger alter Genregardisten wie Sylvester Stallone oder Bruce Willis empfohlen. Ausschlag dafür gibt auch, dass er sich – im Gegensatz zu Diesel und Johnson – für halbgare Familienkomödien schlicht zu schade ist. Kurzum: An Statham führt im Actionfach kein Weg vorbei. So gehört er nicht nur zum Ensemble von „The Expendables“, dem Schaulaufen traditioneller Krawall-Opas, sondern drang als Gaststar in „Fast & Furious 6“ auch ins mittlerweile von Johnson bereicherte Hoheitsgebiet Diesels vor.

Am noch immer beständigen Aufstieg Stathams rüttelt daher auch ein solider Mittelklasse-Thriller wie „Parker“ nicht. In dem wird die Zurschaustellung seiner physischen Präsenz etwas zurückgefahren und mehr Augenmerk auf eine klassische Rachegeschichte im Verbrechermilieu gelegt. Mit Regisseur Taylor Hackford („Ray“) wurde ein renommierter Handwerker verpflichtet, dessen im besten Sinne altmodische Art der Inszenierung zum schnörkellosen Tenor der Geschichte passt. Das Problem dabei: Auf den Spuren von „Point Blank“, dessen Romanvorlage ebenfalls auf Autor Donald E. Westlake zurückgeht, bietet der Film jedoch nichts Neues.

Nach dem Überfall auf einen Freizeitpark wird Stathams prinzipientreuer Verbrecher Parker von seinen Komplizen, angeführt von „The Shield“-Star Michael Chiklis, übers Ohr gehauen und mit Blei vollgepumpt. Doch Parker überlebt und kennt fortan nur ein Ziel: Rache. Die Spur führt ins sonnige Miami, wo er sich widerwillig mit der abgebrannten Immobilienmaklerin Leslie Rodgers (Jennifer Lopez, „Out of Sight“) verbündet. Mit ihrer Hilfe stellt er seinen vormaligen, bereits den nächsten Raubzug ausheckenden Verbrecherkollegen eine Falle. Deren Kontakte zum organisierten Verbrechen haben aber längst einen Killer (Daniel Bernhardt, „Matrix Reloaded“) auf den Plan gerufen.

Die sorgsam platzierten Actionszenen sind souverän und mit einiger Härte umgesetzt. Für einen Thriller mangelt es jedoch an Spannung, da Stathams unbeirrbarer Bulldozer mit stetem Weitblick seine Pläne verfolgt. Im Mittelteil schleichen sich zudem Längen ein, was insbesondere der charakterlichen Auskleidung der fehlbesetzten Lopez geschuldet bleibt. Für darstellerisches Gewicht sorgt indes Altstar Nick Nolte („Kap der Angst“), nur bleibt seine Rolle als Parkers Schwiegervater in spe nur Beiwerk im Dienste allgegenwärtiger Ambivalenz. Trotz des gewohnt charismatischen Statham und Parallelen zu Elmore Leonard („Sie nannten ihn Stick“) bleibt somit eine durchaus unterhaltsame, anbei aber auch sattsam bekannte und mehr betont lässige als wirklich coole Räuberpistole.

Wertung: (5 / 10)

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