Paranoya – Dämonen (2017, Elfenart Records)

Im Segment des Deutsch-Punk sind PARANOYA zweifelsfrei eine Besonderheit. Ihrer Musik haftet nicht allein wohliger DIY-Schmiss an, sie bedient sich auch Einflüssen des Spät-Sechziger-Rocks. Modern klingt das nicht. Eher zeitlos, ohne Rücksicht auf moderne Strömungen und Trendgespenster. „Dämonen“, die jüngste 7″ der Band aus Duisburg und Hamm, geht sogar noch einen Schritt weiter. Der Titeltrack nämlich gibt sich mit Einflüssen von Western und Psychobilly merklich experimentell.

Instrumental funktioniert das prächtig. Nur der ungewohnt entrückte Gesang spielt nicht mit. Die Vocals wirken seltsam teilnahmslos und sind mit dem bedrückenden Tenor des Textes, die Manifestation innerer Ängste, kaum in Einklang zu bringen. Zu dieser Diskrepanz passt auch das an schlichte B-Movies erinnernde Cover. Überzeugender geriet da schon der zweite Song „End///lich“, der sich nicht minder schwermütig gibt, dabei aber eher der gewohnten PARANOYA-Ausrichtung folgt. Freunden der sympathisch eigenständigen Jungs dürfte auch „Dämonen“ ein Beleg ihrer Vielseitigkeit sein. Ob sich damit neue gewinnen lassen, darf zumindest hinterfragt werden.

Wertung: (5,5 / 10)

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