Paranormal Activity – Tokyo Night (J 2010)

paranormal-activity-tokyo-nightDer Poltergeist schlägt wieder zu: Nach dem Sensationserfolg von Oren Pelis Mystery-Thriller „Paranormal Activity“ war ein Sequel schnell beschlossene Sache. Unabhängig von der eigentlichen Fortsetzung entstand in Japan der offizielle Ableger „Tokyo Night“, der an die Ereignisse von Pelis Vorlage nicht nur vage anknüpft, sondern das Original über weite Strecken einfach kopiert. Das mag sporadisch zwar noch für eine gewisse Anspannung sorgen, wirkt in der überraschungsarmen Wiederholung des reduzierten Handkamera-Horrors aber schlicht überflüssig.

Mit seiner neuen Kamera filmt Koichi (Aoi Nakamura) die Heimkehr seiner Schwester Haruka (Noriko Aoyama), die sich auf einer Amerikareise bei einem Autounfall beide Beine gebrochen hat. Damit der übergeordnete Rahmen gewahrt bleibt, ist es die im Original heimgesuchte Katie, die der japanischen Nachfolgerin vor den Kühler lief und starb. Als sich unheimliche Phänomene häufen, streut Koichi Salz aus und platziert eine Kamera unter ihrem Bett. Haruka reagiert auf die nächtliche Videoüberwachung ihres Zimmers zunächst unwirsch. Doch die Bildbeweise sprechen für sich.

Aus heiterem Himmel zerspringt am Esstisch ein Glas oder Harukas Rollstuhl bewegt sich, nun ja, wie von Geisterhand. Da Koichi die Anwesenheit einer fremden Macht sogleich ahnt, lädt Toshikazu Nagaes Film bereits nach 10 Minuten zur Beweisjagd ein. Nur entschädigt das veränderte Setting allein nicht für den akuten Mangel an Originalität, schließlich erfährt die eingeschränkte Prämisse nur in der Schlussentwicklung Variierung. Selbst ein Geistlicher mit rituellem Wischmob wird zur Geisteraustreibung herangekarrt. Aber wie der unsichtbare Spuk auf solche Anfeindungen reagiert, wurde bereits unter Peli ausreichend dargelegt.

Aber da ist kein Mitfühlen mit den Charakteren mehr, sondern lediglich das Warten auf den nächsten Geisterbahneffekt. Zudem scheint noch weniger als zuvor nachvollziehbar, warum die Heimgesuchten nicht einfach die Flucht wagen. Oder bei der eiligen Durchquerung des Hauses einfach mal das Licht anschalten. Am Ende, das immerhin mal außerhalb des Hauses spielen darf, gibt es im Sinne des J-Horror gar wieder eine durch lange schwarze Haare schielende Frauengestalt. Das ist der Routine trotz soliden Nervenkitzels schlicht zu viel.

Wertung: (4 / 10)

 

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