P.S. Ich liebe dich (USA 2007)

ps-ich-liebe-dichLiebe und Tod gehören zusammen. Nicht nur in Hollywood. Dort aber besonders, wenn die Leinwand in ihren rührseligen Momenten zu schmilzen scheint. Als letzte große Heulboje ist der kitschige „Titianic“ noch gut im Gedächtnis, ähnlich hemmungslos darf man sich von seinen Gefühlen auch in „P.S. Ich liebe dich“ übermannen lassen. Basierend auf dem Roman der irischen Autorin Cecilia Ahern gibt es für den Betrachter in mehr als zwei Stunden geballte Gefühle. Das allerdings weniger abgeschmackt, als es bis hierhin vielleicht den Anschein haben könnte.

Seit einigen Jahren sind Holly (Hilary Swank) und Gerry (Gerard Butler) liiert, als sie sich zufällig mitten in Irland über den Weg liefen. Nun leben beide in New York, kleinere Meinungsverschiedenheiten über die Kinderplanung, eine größere Wohnung oder die Zufriedenheit am Arbeitsplatz gehören zum Alltag dazu. Dennoch überragt die Liebe beider jegliche Probleme. Bis zu dem Zeitpunkt, als Gerry an einem Hirntumor stirbt. Für Holly bricht die Welt zusammen, auch ihre besten Freundinnen Denise (Lisa Kudrow) und Sharon (Gina Gershon) können den Schmerz der jungen Frau nicht lindern. Darum bemüht sich auch Daniel (Harry Connick Jr.), der in der Bar von Hollys Mutter (Kathy Bates) als Barkeeper arbeitet. Einige Wochen nach Gerrys Tod wird Holly 30, überraschend erhält sie ein Paket von ihrem verstorbenen Ehemann. Dieser kündigt für die nächste Zeit diverse Briefe an, die sie unter anderem in seine Heimat Irland führen. Zwar erwähnt Gerry immer wieder, sie möge loslassen und nach vorn blicken, doch dies ist für die junge Frau gar nicht so einfach.

Noch vor dem Vorspann wird man Zeuge einer alltäglichen Diskussion zwischen Mann und Frau, inklusive versöhnlichem Ende. Hier werden die Positionen und Eigenarten der Figuren bereits zu Beginn sehr anschaulich dargestellt. Dort die etwas unzufrieden wirkende Gattin (Hillary Swank), dort der im tiefsten Herzen ehrliche und fürsorgliche Ehemann (Gerald Butler). Bereits in der folgenden Szene ist dieser Tod, schon jetzt müssen während der Trauerfeier erstmals Taschentücher gezückt werden. Allerdings würzt Regisseur Richard LaGravenese die traurige Situation mit Humor. Dies nützt dem Film vor allem dann, wenn er gefühlsmäßig zu sehr ins Bodenlose zu driften scheint. Zwar herrscht stets ein trauriger Grundtenor, allerdings nicht um jeden Preis.

„P.S. Ich liebe dich“ geizt nicht mit emotionalen Szenen, gerade im späteren Verlauf des insgesamt recht lang wirkenden Films hat man das Gefühl, die eine oder andere emotionale Runde auf dem Gefühlskarussell wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Dass der Film nicht allzu oft ins kitschige abdriftet, verdankt er zudem seinen sympathischen Darstellern. Die zweifache Oscar-Preisträgerin Hilary Swank („Million Dollar Baby“) kann ihre Stärken in den zahlreichen tragischen Momenten voll ausspielen, wenn sie mitunter auch etwas behäbig in ihren emotionalen Ausbrüchen wirkt. Gerald Butler („300“) ist ohne Bart fast nicht wiederzuerkennen, nach seinem martialischen Auftritt als Leonidas darf er nun eine ganz andere Figur spielen. Dies gelingt ihm gut, wenngleich sein allzu perfekter Charakter ein paar Ecken und Kanten hätte vertragen können.

In einer Nebenrolle überzeugt vor allem Harry Connick Jr. („Bug“) als nachdenklicher und charismatischer Barkeeper. Für amüsante Zwischentöne sorgt vor allem Lisa Kudrow („Reine Nervensache“), während Gina Gershon („Im Körper des Feindes“) eher blass bleibt. Auch wenn „P.S. Ich liebe Dich“ in erster Linie sicherlich ein sogenannter „Frauenfilm“ sein wird, funktioniert er auch Geschlechterübergreifend. Mit Witz und ganz viel Gefühl wird eindeutig auf Emotionen gesetzt. Dass die Figuren dabei manchmal etwas zu glatt wirken und der Film sich gerade in der zweiten Hälfte etwas zieht, fällt dabei gar nicht so sehr ins Gewicht. Aber Taschentücher bitte nicht vergessen.

Wertung: (7 / 10)

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