Outsiders Joy – Yes We Can (2010, Hulk Räckorz)

outsiders-joy-yes-we-canPünktlich zum 15-jährigen Bandbestehen haben OUTSIDERS JOY ihr drittes Album fertig gestellt. Dies, in Anlehnung an Obamas Aufbruchsmentalität „Yes We Can“ betitelt, zeigt die Kölner Punk-Rocker in gewohnt direkter Manier. Das beginnt schon beim Coverentwurf, auf dem Kanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle, die auch je mit einem Song bedacht werden, Volkes Zorn einholt. Textlich schöpft das Trio einmal mehr aus dem Vollen und wettert gegen Nazis (natürlich inklusive der BÖHSEN ONKELZ), Religion, die Bullen, soziale Ungerechtigkeit oder die moralisch streitbare Grauzone, in der mancher Mailorder Profit aus rechten Musikträgern schlägt.

Es ist also wieder alles drin, was Punker-Herzen höher schlagen lassen sollte. Doch vollends überzeugen kann die Platte nicht. Dass OUTSIDERS JOY stärker als in der Vergangenheit klingen wie ihre Hulk Räckorz-Kollegen WIZO, stört nicht weiter und auch der allzu deutliche (wie selbstironisch reflektierte) Akzent bei den englischen Beiträgen verbreitet mehr Charme als Ohrensausen. Was stört ist die brachiale textliche Keule, die zwar ähnlich polemisch wie beim Vorgänger „Sonnenbankgebräunter Anabolikamutant“ geschwungen wird, aber weit seltener dessen überspitzten Grundton trifft. Nummern wie „Punkerseil“ oder „Nazi-Radar“ folgen eher plump einer In-die-Fresse-Mentalität, die trotz instrumentaler Wucht über das Ziel hinausschießt. Ein bisschen weniger wäre da sicher mehr gewesen.

Wertung: (6 / 10)

 

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