Outpost (GB 2007)

outpost-stevensonHorror und Krieg, das verträgt sich. Das eine ist sowieso Teil des anderen, wenn auch eher im buchstäblichen Sinne. Im Film gefällt die Symbiose der Genres vor allem den Briten, die schon mit „Deathwatch“ und „The Bunker“ durch die Weltkriege streiften und den einfachen Soldaten zeigten, dass der Schrecken des Schlachtfelds auch in übersinnlicher Form über sie hereinbrechen kann. Einen ähnlichen Weg beschreitet TV-Regisseur Steve Barker, der in „Outpost“ allerdings das zerrüttete Ost-Europa der Gegenwart zum Schauplatz und eine Schar Söldner zum Spielball mysteriöser Kräfte macht.

Angeheuert werden sie vom dubiosen Mittelsmann Hunt (Julian Wadham, „Exorcist: The Beginning“), der in unsicherer Region eines nicht näher spezifizierten Kriegsgebiets auf begleitbeschützte Mineralienschau gehen will. Am Zielpunkt angekommen, staunen Gruppenführer DC (Ray Stevenson, „Rome“) und seine Mitstreiter (u.a. Richard Brake, „Batman Begins“) nicht schlecht, erweist sich dieser doch als verwaister Nazibunker. Als dann auch noch aus dem Dickicht der umliegenden Bäume Schüsse auf sie abgefeuert werden, ziehen sich die Männer unter die Oberfläche zurück.

Das Tempo bleibt verhalten, Action und (teils heftige) Gewalt eher mit Bedacht eingesetzt. Barker scheint mehr an einer konstant bedrohlichen Atmosphäre denn erhöhtem Blutverlust interessiert, was auch James Seymour Bretts (Dirigent u.a. bei „Transformers“ und „10.000 BC“) stimmig ins blasse Setting integrierter Score unterstreicht. Innerhalb dieses reizvollen Rahmens braucht es keine Identifikationsfiguren. Die Berufssoldaten werden zwar grob skizziert, dabei jedoch kaum aus der kargen Vorlage desillusioniert gestrandeter Existenzen befreit.

Mit zunehmender Ratlosigkeit steigt die Erklärungsnot Hunts. Denn selbstverständlich ist er nicht wegen Bodenuntersuchungen angereist. Die nicht eben rationalen Erläuterungen zu Nazi-Experimenten, die der Schaffung unbesiegbarer Zombie-Soldaten dienten, scheinen krude, entkräften aber nicht das beachtliche Gruselflair des simplen Plots. Überhaupt verbleibt das Grauen trotz gesteigerter Personifizierung zumeist im Schatten, was dem Trash-Potential vorbeugt und frei von Ironie auf das Wesentliche fokussiert bleibt. Klar ist das weder neu noch originell, in seiner konsequenten Ausweglosigkeit aber durchweg sehenswert.

Wertung: (6 / 10)

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